Sturm gewinnt packenden Thriller in Salzburg

2. Oktober 2016, 18:29
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Bullen beenden die Partie mit zwei Spielern weniger. Wieder einmal schießt Alar das Goldtor für die Grazer

Salzburg – Würde ein Fußballspiel 37 Minuten dauern, der Titel "Man of the Match" wäre Konrad Laimer am Sonntag sicher gewesen. Der 19-jährige Salzburger war die mit Abstand auffälligste Erscheinung im Spiel des Meisters gegen den Tabellenführer. Er lief wie aufgezogen, und über ihn lief beinahe alles. Salzburg drängte Sturm in die Defensive, nur wirklich gute Chancen schauten kaum heraus. Eine vergab Laimer selbst (33.), die andere vergab Lazaro nach Laimer-Vorarbeit (37.). Zuvor hatte Ulmer zweimal gefährlich aus der Weite abgezogen, einmal ging der Ball knapp daneben, einmal war Sturm-Goalie Gratzei auf dem Posten.

Wende in der 38. Minute

Fußballspiele dauern länger als 37 Minuten. Allein für Laimer war am Sonntag in der 38. Minute Schluss. Nach zwei üblen Fouls wurde er von Schiedsrichter Weinberger des Feldes verwiesen. Mag sein, dass er in der Aktion, die zum Ausschluss führte, den ihm enteilenden Grazer Matic nicht wirklich treffen wollte, er traf ihn aber sehr wohl und ohne jegliche Chance auf den Ball.

Dass die 38. Minute dem Spiel eine Wende geben könnte, sah man vor der Pause noch nicht, aber nur drei Minuten danach. Da machte Gratzei mit einem präzisen Ausschuss das Spiel plötzlich schnell, und Alar legte für Schmerböck auf, der an Salzburg-Goalie Walke scheiterte. Das war zu diesem Zeitpunkt die beste, weil erste wirklich gute Aktion der Grazer, die den Salzburgern in der ersten Runde deren bis Sonntag letzte Bundesliga-Niederlage zugefügt hatten.

Die Hausherren machten ihr Ungemach vor allem an Referee Weinberger fest. Schon zwei Sturm-Fouls nach Wiederbeginn regten Salzburgs Trainer Óscar García über die Maßen auf, das Finish der Partie musste er gar von der Tribüne aus verfolgen.

Natürlich Alar

66. Spielminute: Fehlpass von Ulmer im Mittelfeld, Sturm schaltet blitzschnell um. Edomwonyi, für Hierländer gekommen, schickt Jeggo, der flankt präzise. Deni Alar steht, wo er stehen muss, noch dazu frei, und besorgt per Kopf das 1:0 für Sturm – sein zehntes Ligator. 68. Minute: Salzburgs Radosevic springt Jeggo mit gestreckten Beinen entgegen – Weinberger zückt neuerlich Rot, diesmal direkt.

Salzburg gibt auch mit neun Mann nicht auf, Hwang vergibt in der 74. Minute eine tolle Chance auf den Ausgleich, Berisha trifft in der Nachspielzeit die Latte. Sturm bringt das 1:0 mit zumindest ebenso viel Glück wie Geschick über die 93 Minuten, die dieses Spiel dauert, und liegt nach zehn Runden sechs Punkte vor Altach, sieben vor Salzburg und neun vor Rapid. (red, 2.10.2016)

Bundesliga, 10. Runde, Sonntag

Red Bull Salzburg – SK Sturm Graz 0:1 (0:0)
Red-Bull-Arena, 11.300 Zuschauer, SR Weinberger

Tor: 0:1 (66.) Alar

Salzburg: Walke – Lainer, Miranda, Caleta-Car, Ulmer – Laimer, Upamecano – Lazaro (72. Hwang), V. Berisha, Wanderson (56. Radosevic) – Soriano

Sturm: Gratzei – F. Koch, Spendlhofer, Schulz, Lykogiannis – Jeggo, Matic – P. Huspek (81. Dobras), Hierländer (62. Edomwonyi), Schmerböck – Alar (86. Kienast)

Rote Karte: Radosevic (69.)

Gelb-rote Karte: Laimer (38.)

Gelbe Karten: Soriano bzw. Jeggo, Schulz

  • Alar trifft und trifft und trifft.
    foto: apa/krug

    Alar trifft und trifft und trifft.

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