Red-Bull-Doppelsieg bei Spektakel in Malaysia

2. Oktober 2016, 10:59
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Ricciardo gewinnt vor Verstappen – Hamilton nach Motorschaden schon 23 Punkte hinter Rosberg, der Dritter wurde

Sepang – Selten ist Nico Rosberg für einen dritten Platz so vergnügt aufs Podest gehüpft wie am Sonntag nach dem Grand Prix von Malaysia. Knapp zwei Stunden zuvor war das 16. Saisonrennen für den deutschen WM-Spitzenreiter nämlich nach nur wenigen Metern eigentlich schon erledigt gewesen. Sebastian Vettel hatte ihn – in einen Zweikampf mit Red Bulls Max Verstappen verstrickt – von der Strecke geschoben.

Immerhin, während Vettels Ferrari wegen einer gebrochenen Aufhängung nicht mehr einsatzfähig war, lief Rosbergs Mercedes noch. Und zwar wie ein Uhrwerk. Von Platz 17 aus machte sich der 31-Jährige auf die Aufholjagd. Teamkollege Lewis Hamilton münzte unterdessen seine Poleposition nach und nach in eine bequeme Rennführung um. Während Rosberg noch eine Zehn-Sekunden-Strafe wegen einer Vollkontakteinlage mit Kimi Räikkönens Ferrari zu schlucken hatte, dominierte der britische Weltmeister wie schon das gesamte Wochenende in Sepang über ganz nach Belieben. Aber nur bis 15 Runden vor Schluss. Da ging das Triebwerk an seinem Mercedes angeblich ohne telemetrische Vorwarnung in Flammen auf.

Höhere Mächte

Daniel Ricciardo erbte auf Red Bull den Sieg. Für den Australier war es im 104. Rennen der vierte Erfolg, der erste seit der Saison 2014, in der er dreimal gewonnen hatte. Hinter Ricciardos Teamkollege Verstappen kam Rosberg an und baute seine WM-Führung auf Hamilton auf 23 Zähler aus – fünf Rennen vor Schluss bedeutet das keine Vorentscheidung, aber einen Polster für die Nerven.

Beim Kollegen, der seinen vierten Titel nach 2008, 2014 und 2015 anstrebt, liegen die Nerven dagegen blank. Hamilton bringt höhere Mächte ins Spiel und insinuiert Sabotage. "Es waren acht Autos mit Mercedes-Motoren auf der Strecke, und meiner geht hoch, obwohl ich der Nummer-eins-Fahrer bin. Mercedes hat hunderte Motoren gebaut, und nur ich habe ständig Probleme. Das ist schon eigenartig."

Dann eben in Japan

Der mitangesprochene Motorsportdirektor Toto Wolff war zwar "sprachlos", rang sich dann aber doch noch eine Erklärung ab: "Offenbar geht immer etwas schief, wenn man sich zu viel vornimmt." In der Heimat von Hauptsponsor Petronas hätte der dritte Konstrukteurstitel in Folge eingefahren werden können. Ein Triumph, der allerdings unabwendbar ist und vielleicht schon am kommenden Sonntag in Japan vollendet wird.

In Suzuka könnte Hamilton nicht nur seinen 50. GP-Sieg feiern, sondern auch zum dritten Mal en suite gewinnen, obwohl Rosberg 2014 und 2015 die Poleposition innehatte. Für den Deutschen, der frohgemut einen Schluck Schampus aus Ricciardos schweißgetränktem Schuh nahm, spricht aber das Momentum. Ja, und aus Hamiltons Sicht auch noch eine höhere Macht. (red, 2.10.2016)

Ergebnis: GP von Malaysia

  • Fahren wie am Schnürchen.
    foto: apa/afp/manan vatsyayana

    Fahren wie am Schnürchen.

  • Feiern mit dem Schuh.
    foto: reuters/su

    Feiern mit dem Schuh.

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