Assange zu Kritikern: Betreiben keine Selbstzensur

1. Oktober 2016, 16:21
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Wikileaks-Gründer sieht "Desinformationskampagne" hinter Vorwürfen gegen Plattform

Der Gründer der Enthüllungsplattform Wikileaks, Julian Assange, hat Kritik der US-Demokraten und anderer an der Veröffentlichungspraxis seiner Organisation zurückgewiesen. "Wir werden nicht damit anfangen, unsere Veröffentlichungen einer Selbstzensur zu unterwerfen, nur weil in den USA Wahlen bevorstehen", sagte Assange dem "Spiegel".

E-Mails der US-Demokraten

Wikileaks hatte im US-Vorwahlkampf Tausende E-Mails der US-Demokraten ins Netz gestellt. Parteimitarbeiter warfen der Enthüllungsplattform daraufhin vor, sie habe sich vor den Karren russischer Geheimdiensthacker spannen lassen und damit dem republikanischen Präsidentschaftskandidaten Donald Trump geholfen.

Assange betonte, diese und andere Kritik sei Teil einer "Desinformationskampagne" mächtiger Gegner: Es werde behauptet, Wikileaks "arbeite für den Feind".

Keine Quellen nennen

Die Kriterien für die Veröffentlichungen seien aber öffentlich und unverändert: "Wenn eine Quelle uns Material überlässt, das von politischer, diplomatischer, historischer oder ethischer Bedeutung ist und das noch nicht veröffentlicht wurde, dann machen wir es publik." Wikileaks werde aber weiterhin keine Quellen nennen und kenne sie meist auch nicht.

Assange zieht positive Bilanz

Zum bevorstehenden zehnten Jahrestag der Gründung von WikiLeaks am 4. Oktober 2006 zog Assange eine positive Bilanz. Seine Plattform könne weiterhin gut arbeiten, obwohl er seit über vier Jahren in der ecuadorianischen Botschaft in London festsitze: "Die Angriffe machen uns nur härter", sagt Assange: "Wir glauben an das, was wir tun. Wenn wir unter Druck gesetzt werden, wehren wir uns." (APA, 01.10.2016)

  • Wikileaks-Gründer Julian Assange wehrt sich gegen Vorwürfe gegen seine Plattform.
    foto: afp/stansall

    Wikileaks-Gründer Julian Assange wehrt sich gegen Vorwürfe gegen seine Plattform.

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