Polizei veröffentlichte Videos von tödlichem Einsatz in Kalifornien

1. Oktober 2016, 08:58
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Getöteter Alfred Olango hatte E-Zigarette auf Polizisten gerichtet

Washington – Nach tagelangen Protesten gegen den Tod eines Schwarzen durch Polizeischüsse in Kalifornien hat die Polizei am Freitag Videoaufnahmen von dem Vorfall veröffentlicht. Auf den Bildern eines Handys und einer Überwachungskamera ist die Tötung des 38-jährigen Alfred Olango auf einem Parkplatz in El Cajon, einem Vorort von San Diego, zu sehen.

Die Polizei will mit der Veröffentlichung "Falschinformationen" über den tödlichen Polizeieinsatz widerlegen, wie Polizeichef Jeff Davis sagte.

Bei dem Vorfall in der Nacht zum Mittwoch hatte Olango, dessen Familie vor 25 Jahren aus Uganda in die USA geflohen war, nach Polizeiangaben einen "Gegenstand" aus der Tasche gezogen und wie eine Waffe auf die Beamten gerichtet. Die zwei Polizisten eröffneten daraufhin das Feuer. Später stellte sich heraus, dass es sich bei dem Objekt lediglich um eine E-Zigarette handelte. Eine Schusswaffe hatte Olango nicht bei sich.

Zunächst friedliche Demonstration

Nach dem Vorfall war es in El Cajon zu Protesten gekommen, die zunächst friedlich verlaufen waren. Am Donnerstag hatten die Demonstranten dann jedoch eine Straßenkreuzung besetzt und Autos und Polizisten mit Steinen und Glasflaschen beworfen. Die Polizei setzte Tränengas ein, es gab mehrere Festnahmen.

Um die Situation aufzuklären und "die Bedenken der Öffentlichkeit hoffentlich zu zerstreuen", veröffentlichte die Polizei nun die Videoaufnahmen, wie Polizeichef Davis sagte. Die Polizei versprach "transparente" Ermittlungen zu dem Fall. Die beteiligten Polizisten, die beide mehr als 20 Dienstjahre hinter sich haben, wurden für die Dauer der Ermittlungen beurlaubt.

Immer wieder Proteste

Die Polizei war am Dienstagabend von Olangos Schwester gerufen worden, weil ihr Bruder ziellos durch den Straßenverkehr irrte. Wie seine Mutter Pamela Benge sagte, hatte der 38-Jährige nach dem Tod eines Freundes einen Zusammenbruch erlitten, psychisch krank sei er aber nicht gewesen. Sie beschrieb ihren Sohn als "guten, reizenden jungen Mann".

Der Tod von Schwarzen durch Polizeigewalt hat quer durch die USA in den vergangenen Jahren immer wieder wütende und teilweise gewalttätige Proteste ausgelöst. Zuletzt entfachte der Tod des 43-jährigen Keith Lamont Scott in Charlotte im Bundesstaat North Carolina gewalttätige Proteste. (APA, 1.10.2016)

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