Nationalbank: Betriebsansiedlung im Sportklub abgesagt

1. Oktober 2016, 08:00
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Interessent Laola1 abgesprungen – Notenbank-Sportklub soll effizienter werden

Wien – Die Oesterreichische Nationalbank (OeNB) hat bei ihren Plänen, das Freizeitgelände in Langenzersdorf bei Wien zu verkleinern, einen Rückschlag erlitten. In Langenzersdorf ist der berühmte Erholungs- und Sportverein der OeNB (ESV) daheim, und zwar auf einem Gelände von 73.000 Quadratmetern.

Immer wieder war der Sportklub in die öffentliche Kritik geraten, nicht zuletzt hat sich auch der Rechnungshof 2015 kritisch dazu geäußert. Vor mehr als einem Jahr hat das Direktorium beschlossen, dass die Banker auch mit weniger Freitzeitflächen auskämen – und die OeNB-eigene Tochter IG Immobilien mit einem Verwertungskonzept betraut. Die kam, wie berichtet, zum Schluss, dass man sich von rund 20.000 Quadratmetern trennen könnte – von Grund, auf dem keine oder wenig genutzte Sportflächen (wie der Footballplatz) liegen.

Also wurde die Immobilie zum Verkauf ausgeschrieben – für Interessenten, die dort bauen wollen. (Umwidmung in Bauland vorausgesetzt). Doch im Sommer ist der "konkreteste Kaufinteressent" (ein Notenbanker) abgesprungen.

Potenzielle Werber

Der potenzielle Erwerber war die Wiener Gesellschaft Laola1, die unter anderem Sportereignisse im Internet überträgt. Das Unternehmen ist in Wien-Donaustadt daheim – und hätte Interesse gehabt, seinen Firmensitz nach Langenzersdorf zu übersiedeln, wie es heißt. Das Sportgelände hätten die Mitarbeiter gleich mitnutzen können. Im Frühling wurde das Internetsportportal allerdings an die Schweizer Sportradar AG verkauft – und das Übersiedlungsprojekt zunächst einmal auf Eis gelegt.

Die IG Immobilien (entwickelt verkauft und vermietet Grundstücke) hat nun wieder Gespräche mit anderen Interessenten aufgenommen. Zudem erarbeitet sie mit der OeNB ein neues Konzept für den ESV, der laut einem Involvierten "wirtschaftlicher und effizienter" geführt werden soll.

Die OeNB hat den ESV (er ist Pächter der Sportanlage und hat daher Mitspracherechte) zwischen 2009 und 2013 mit 1,92 Millionen Euro unterstützt. (Renate Graber, 1.10.2016)

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