Bank Austria: Mitarbeiter zeigen sich abschiedsbereit

30. September 2016, 17:07
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An die 2.000 Banker wollen Handshake annehmen

Wien – Für die Zukunft der Bank Austria, konkret für ihre Verkleinerung, war der Freitag ein mit Spannung erwarteter Lostag. Bis zum 30. September hatten die Mitarbeiter der österreichischen Unicredit-Tochter nämlich Zeit, ihr Interesse an ihrem freiwilligen Ausscheiden zu bekunden.

Organisiert wurde das so, dass die Banker elektronisch abfragen konnten, welche Bedingungen sich ihr Arbeitgeber für ihren Abgang vorstellt. Als Angebot der Bank wurde das ausdrücklich nicht konstruiert – der von Robert Zadrazil geführte Vorstand will sich selbst aussuchen können, wen er ziehen lassen will, und wen nicht. Zum Abschied winken den Mitarbeitern je nach Betriebszugehörigkeit, Alter und Vertrag Handshakes von bis zu vier Jahresgehältern (für Unkündbare).

Großes Interesse

Tatsächlich ist das Verabschiedungsinteresse sehr hoch. Bis Mittwoch (28. September) haben rund 1.540 Banker ihre Informationen abgeholt – darunter sehr viele Frauen. Am Donnerstag und Freitag sollen noch viele Interessenten dazugekommen sein. In einer (kleineren) Filiale in Oberösterreich haben sich gleich alle Mitarbeiter zum Weggehen angemeldet, hieß es aus der Bank. Und: Die 2.000er-Marke werde wohl überschritten werden, so die Erwartung am letzten Septembertag.

Derzeit sieht jedenfalls alles danach aus, dass die freiwilligen Abgänge quasi ausreichen und es zu keinen betriebsbedingten Kündigungen kommen wird. Das Budget, das für den Mitarbeiterabbau dem Vernehmen nach vorgesehen ist – 450 Millionen Euro –, dürfte daher wohl ausgeschöpft werden.

Hintergrund der Aktion, die in der Bank alles andere als unumstritten ist: Die BA hat von ihrer Mailänder Mutter eine Diät verordnet bekommen, sie muss bis Ende 2018 mindestens 300 Millionen Euro einsparen und ihre Kosten-Ertrag-Relation von 80 auf 60 Prozent senken. Das Osteuropa-Geschäft wandert zudem von Wien nach Mailand; derzeit beschäftigt sich das Handelsgericht Wien mit der Spaltung. (gra, 30.9.2016)

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