Hoch die Mauern: Was die Fans von Trump, Hofer und Brexit gemeinsam haben

Der Rechtspopulismus ist im Aufwind. Seine Unterstützer als wirtschaftliche Verlierer und Frustrierte abzustempeln führt in die Irre

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1. Oktober 2016, 15:39

Die westliche Welt scheint vor dem Abgrund zu stehen. Mit dem Votum über den Austritt eines der wichtigsten Mitglieder aus der EU sind die ersten Steine gekullert. Die nächsten wackeln. Im November könnte das mächtigste Land der Welt einen autoritären Immobilienmagnaten als Präsidenten bekommen, einen Monat später ein Rechtspopulist in die Wiener Hofburg einziehen. Recht viel lauter könnte der Aufschrei der Wähler nicht sein. Wird er falsch interpretiert, droht die Lage weiter zu eskalieren.

Im Moment spricht viel dafür, dass die naheliegenden Erklärungen auf eine falsche Fährte führen. Die Arbeiten eines US-Psychologen legen nahe, dass die Lösung des Rätsels nicht in den äußeren Umständen der Menschen, sondern in ihrem Inneren zu finden ist. Aber der Reihe nach.

foto: apa / hochmuth
Mit guten Chancen, im Dezember Präsident zu werden: Norbert Hofer.

Der österreichische Kanzler kann als Beispiel für die am weitesten verbreitete Erklärung dienen. Die entscheidende Ursache für die Erfolge der Populisten seien die wirtschaftlichen Probleme Europas und die gestiegene Arbeitslosigkeit, schrieb Christian Kern in einem vielbeachteten Beitrag in der Frankfurter Allgemeinen Zeitung. Die Globalisierungsverlierer revoltierten. "Das Brexit-Votum ist nur eines der Phänomene."

Die Menschen sind wegen ihrer wirtschaftlichen Lage frustriert, heißt es oft.

Auch in den USA und in Großbritannien dominiert diese Erklärung: Die Leute sind wegen ihrer wirtschaftlichen Lage frustriert. Ihre Wut lassen sie an "denen da oben" und denen da unten, Migranten und Flüchtlingen, aus. Statistische Analysen der Phänomene Trump, Brexit und Hofer und die Forschung über die Gründe für Ausländerfeindlichkeit zeigen aber ein anderes Bild.

In Österreich haben die meisten Arbeiter für Hofer, die meisten Akademiker für Van der Bellen gestimmt. Auch die Kluft zwischen Stadt und Land war groß. Auf der Österreich-Karte färbten sich vor allem jene Gebiete dunkelblau, aus denen Menschen wegziehen. Das trifft zum Beispiel auf das Waldviertel, die Obersteiermark und das Südburgenland zu. In Summe ergab sich daraus ein Bild, das zu der Erklärung von Kanzler Kern passt: Die wirtschaftlich Abgehängten drücken ihren Protest aus.

Eine statistische Analyse des STANDARD zeigt aber auch, dass die Leute in den Problemregionen nicht häufiger Hofer wählen. Weil junge Frauen und Akademiker wegziehen, bleiben schlicht die übrig, die sowieso blau gewählt hätten. Auch die allgemeine Kluft zwischen Stadt und Land lässt sich zumindest zu einem großen Teil damit erklären, dass die Bildungsschicht in Städten lebt.

Hofer-Wähler schätzen ihre finanzielle Situation nur geringfügig pessimistischer ein als die Wähler von Van der Bellen.

Hofer-Wähler schätzen ihre finanzielle Situation in den nächsten Jahren zwar etwas pessimistischer ein als die Wähler von Van der Bellen, die Unterschiede sind aber gering. Die Arbeitslosigkeit ist unter Menschen mit Lehrabschluss fast genauso niedrig wie unter Maturanten und Akademikern. Sie sind laut Forschungsinstitut Sora auch ähnlich zufrieden mit ihrem Job.

Ein Blick in die USA und nach Großbritannien zeigt ein ähnliches Bild. Junge Briten haben es wirtschaftlich viel schwerer als ältere, haben aber großteils für den Verbleib in der EU gestimmt. Eine Analyse der Resolution Foundation, einer Denkfabrik, zeigt, dass die wirtschaftliche Lage der Region keinen Einfluss auf das Brexit-Votum hatte. Auch das Einkommen der Menschen war irrelevant, die Bildung hingegen entscheidend, wie eine Analyse der Wahlergebnisse der Denkfabrik Bruegel zeigt.

foto: apa / afp / samad
Seine Chancen, Präsident zu werden, steigen: Donald Trump.

Wer also auf einer höheren Schule oder einer Uni war, stimmte auch dann selten für den Brexit, wenn er nicht gut verdient. Ein Akademiker in der Kreativindustrie verdient oft weniger als ein Arbeiter bei einem großen Betrieb, in ihrer politischen Einstellung trennen sie trotzdem Welten.

Auch in den USA ist dasselbe Muster erkennbar. Dass vor allem die wirtschaftlich Abgehängten für Donald Trump sind, ist nicht mehr als ein Mythos, wie die bisher umfassendste Befragung des Meinungsforschungsinstituts Gallup zum Thema zeigt.

Wenn es also kaum die schwierige wirtschaftliche Lage oder die negativen Auswirkungen der Globalisierung sind, die eine Erklärung bieten, was dann?

Was macht Konservative konservativ und was Liberale liberal?

Es sind 371 Seiten, die die Basis für einen anderen Ansatz liefern. Mit seinem Buch The Righteous Mind hat der Sozialpsychologe Jonathan Haidt 2012 in den USA einen Bestseller gelandet. Warum, wollte er wissen, sind manche Leute konservativ, wollen also, dass sich nicht allzu viel ändert, und manche sind liberal und weltoffen?

Bei offeneren Menschen dominiert das Individualistische. Wenn eine Handlung keinem wehtut, ist sie okay. Gegen die Homoehe lässt sich so etwa nichts einwenden. Neues verängstigt sie nicht. Rechtspopulisten sprechen sie selten an.

american psychological association
Ein Vortrag des Sozialpsychologen Jonathan Haidt vom August 2016.

Weniger Offene kümmern sich auch um das Wohl ihrer Nächsten, sie orientieren sich aber mehr an einer Gruppe als am Individualistischen. Die Gruppe kann die Familie, das Dorf oder die Nation sein. Jede Gruppe braucht Regeln und Normen, damit sie funktioniert, Strafen fördern die Kooperation, über Regelbrecher zu tratschen oder sich für Verstöße zu schämen gehört dazu. In diesem Weltbild muss sich die Homoehe mühsam durchsetzen, sie widerspricht der Konvention, etwa der strikten Vorstellung von Männlichkeit, die man gewohnt war. Unter ihnen angeln Trump, Hofer und Co.

Die Evolution, das Leben in Stämmen, hat den Wert der Gruppe in den Menschen eingraviert. Mit der wirtschaftlichen Entwicklung legen sie dieses starke Gruppendenken langsam ab, sagt Haidt. Ein Rest bleibt aber, bei manchen eben mehr und bei manchen weniger. Haidt hat seine Theorie in Reden und Medienbeiträgen auf die aktuelle Lage der Welt angewandt.

Aber warum erfreuen sich Rechtspopulisten unter verschlosseneren Menschen immer größerer Beliebtheit? Wenn die Welt chaotisch und unsicher wirkt, sich schnell ändert, wird der Wunsch nach Stabilität und Kontrolle stärker. Haidt sieht im immer liberaleren, kosmopolitischen Denken der vergangenen Jahrzehnte den Grund für den autoritären Aufstand. Die Weltoffenen hätten kein Problem mit Zuwanderung und der Aufgabe nationaler Souveränität. Menschen mit einem anderen Weltbild schon.

Besserverdiener, die für harte Strafen eintreten, stimmten zu einem großen Teil für den EU-Austritt.

Wenn das Gruppendenken in einem Menschen dominiert, hält man scharfe Strafen für Regelbrecher für wichtiger. Eric Kaufmann von der University of London kann so etwa an der Einstellung zur Todesstrafe vorhersagen, ob jemand für den Brexit war. "Es spielte im Wahlkampf keine Rolle, verrät uns aber viel", sagt der Nationalismus-Forscher zum STANDARD. Besserverdiener, die für harte Strafen eintreten, stimmten zu einem großen Teil für den EU-Austritt, sagt er.

Kaufmann hält den progressiven kulturellen Wandel, anders als Haidt, für nicht so wichtig. "Das ging zuletzt nicht schneller als früher." Entscheidend sei die Zuwanderung und das damit einhergehende Gefühl, dass das eigene Land nicht mehr so sei, wie man es kenne. Die Zuwanderung nach Großbritannien hat sich in den 2000er-Jahren stark beschleunigt. Skepsis sei legitim. "Zwischen dem Wunsch, dass sich die eigene Welt nicht zu sehr ändert, und Rassismus ist ein großer Graubereich." Auch wenn Lügen und Vorurteile die Debatte prägen.

Studien zeigen, dass Sorgen um die eigene Kultur wesentlich wichtiger für die Einstellung gegenüber Ausländern sind als die wirtschaftliche Lage der Person oder des Landes. Die finanzielle Situation oder eine Rezession kann aber weiter verunsichern.

foto: apa / afp / florin
Einer der Strippenzieher hinter dem Brexit: Nigel Farage.

Sie sind nicht wirtschaftlich abgehängt, sondern wenn, dann kulturell.

Auch in Österreich wünscht sich jeder Zweite weniger Migranten im Land und sieht Kultur und Identität gefährdet. Das war schon Jahre vor der Flüchtlingskrise so. Wer das Gefühl hat, dass es mit Österreich bergab geht, fühlt seine Kultur eher durch Migration bedroht, sagt der Sora-Wahlforscher Christoph Hofinger, der der Analyse des Brexit-Votums mit der Todesstrafe viel abgewinnen kann. Es seien vor allem Pessimisten, die weniger Zuwanderer wollen. Dabei leben gerade sie viel seltener in Gegenden mit vielen Ausländern.

Genauso ist es auch bei Befürwortern von Trump und Brexit: Es ist nicht so sehr die eigene, missliche Lage, sondern die Wahrnehmung, wie es um das Land steht und wie es sich verändert. Die Menschen sind dieser Lesart zufolge nicht wirtschaftlich abgehängt, sondern wenn, dann kulturell. Nach dem Psychologen Haidt organisiert sich eine Gruppe dann hierarchisch, wenn sie sich und ihre Regeln bedroht sieht.

In Österreich stimmen mittlerweile fast 40 Prozent zu, dass es einen starken Führer brauche, der sich nicht um Wahlen scheren muss. 2007 waren es nur zehn Prozent.

Trifft diese Interpretation zu, ist nicht ein Investitionsprogramm oder ein Paket gegen die Arbeitslosigkeit die Lösung. Vielmehr braucht es eine Auseinandersetzung mit dem, was so vielen gegen den Strich geht. (Andreas Sator, 1.10.2016)

Quellenverzeichnis: Diese Studien und Statistiken wurden für die Recherche herangezogen, aus einigen wurde im Artikel zitiert.

TEIL EINS: Protest der Globalisierungsverlierer?

USA:

  • Die größte Befragung zum Thema hat bis jetzt Gallup durchgeführt: Trump-Supporter sind nicht häufiger arbeitslos, haben nicht geringere Einkommen und sind nicht stärker von der Globalisierung oder Migration betroffen. Wo die Industrie niedergegangen ist, ist es nicht wahrscheinlicher, dass die Leute Trump wählen. In Gegenden, in denen die Menschen im Schnitt ungesünder sind, ist der Trump-Support höher. An der Grenze zu Mexiko und in Gegenden mit mehr Latinos, geringer.
  • Studie vom August 2016 zu den Unterstützern von Trump: Menschen mit finanziellen Probleme wählen eher Populisten. Kontrolliert man für persönliche Werte, also das Weltbild, dann ist kein Zusammenhang mehr da. Das heißt: Wer finanzielle Probleme hat, wählt eher Populisten. Wenn aber zwei Leute, die Probleme haben, ein stark anderes Weltbild haben, dann wählt der eine Populisten und der andere nicht.
  • Mark Mellman, einer der führenden Demoskopen der USA: Other things being equal, those who feel hard-pressed are no more likely to support Trump over Clinton than those who are optimistic about their potential for improving their economic lot.

Großbritannien:

  • Analyse der Joseph Rowntree Foundation, einer Charity Organisation, die ihren Fokus auf Einkommen und Armut legt, die aber am Ende aber doch wenig erklären können, wenn für die persönlichen Werte kontrolliert wird, sagt Eric Kaufmann.
  • Ein Statistiker fand kaum einen Zusammenhang zwischen Armut und Brexit-Vote.
  • Analyse der Denkfabrik Bruegel: Wenn man für Bildung kontrolliert, dann hat Einkommen keine Signifikanz mehr. Wer mehr Bildung hat, wählt Brexit. Wer wenig Einkommen und mehr Bildung hat, wählt eher Remain. Wer mehr Einkommen und weniger Bildung hat, wählt eher Brexit. Bruegel schreibt aber, Armut und Ungleichheit korrerlieren mit dem Brexit-Vote, Arbeitslosigkeit nicht. Wenn man für sozioökonomische Charakteristika der Bevölkerung in der Region kontrolliert, gibt es keinen Zusammenhang zwischen der Zahl ab Migranten und dem Leave vote.
  • Matthew Goodwin und Oliver Heath haben den Brexit statistisch analysiert: In this respect the vote for Brexit was delivered by the ‘left behind’—social groups that are united by a general sense of insecurity, pessimism and marginalisation, who do not feel as though elites, whether in Brussels or Westminster, share their values, represent their interests and genuinely empathise with their intense angst about rapid social, economic and cultural change.

Österreich:

  • Die statistische Analyse von STANDARD-Datenjournalist Gerald Gartner zum Zusammenhang zwischen der Abwanderung von Menschen in einer Region und dem Abstimmungsverhalten und zusätzlich zum Stadt-Land-Gefälle findet sich hier.
  • 60 Prozent der Wähler von Hofer und Van der Bellen gehen nicht davon aus, dass sich ihre finanzielle Situation in den nächsten Jahren ändern wird. 15 Prozent der Hofer-Wähler geben an, ihre finanzielle Situation wird sich wohl verschlechtern. Bei Van der Bellen sind es sieben Prozent.
  • Eine Sora-Befragung vom Juli zeigt den großen Gap was den Ausblick für die allgemeine Lage des Landes betrifft. 67 Prozent der Hofer-Wähler geben an, dass sich die Lebensqualität in Österreich in den nächsten fünf Jahren eher verschlechtern wird. Bei Van der Bellen sind es 25 Prozent.
  • Christoph Hofinger (Sora) hat für den STANDARD eine Regression für 1.223 ländliche Gemeinden im Burgenland, Kärnten, Niederösterreich, Oberösterreich und Salzburg gerechnet. Am mit Abstand meisten Einfluss hat die Zahl der Akademiker in der Gemeinde auf das Abstimmungsverhalten. Van der Bellen wurde tendenziell aber auch in Gemeinden gewählt, wo das Medianeinkommen höher und die Arbeitslosigkeit niedriger war. Die Zahl der Flüchtlinge in der Gemeinde hatte keinen Einfluss auf das Wahlverhalten, die Zahl der Ausländer korreliert positiv mit einer Stimme für Vdb.

TEIL ZWEI: Die Arbeiten von Jonathan Haidt und Eric Kaufmann

  • Haidt, Jonathan: The Righteous Mind: Why Good People Are Divided by Politics and Religion (Introductory Chapter)
  • Eine gute Rezension von David Goodhart: Most traditional societies are "sociocentric", meaning they place the needs of groups and institutions first. Today most rich socieites are "individualistic", making society a servant of the indidivudal. Yet even in these countries, signifcant traces of our more sociocentric and "groupist" past are to be found in peoples instincts and moral intuitions.
  • Im August hielt er eine Rede, in der er seine Ansichten erläuterte. In einem Beitrag für The American Interest äußert er sich zu Globalism und Nationalism und einer Elite, die sich nicht auf ihr Weltbild versteifen sollte.

TEIL DREI: Die Rolle der Migration und Literatur zum Thema Ausländerfeindlichkeit

  • In Österreich gab es zumindest in der Vergangenheit einen Zusammenhang zwischen Zuzug von Migranten und FPÖ-Stimmen. Diese Studie zeigt, dass dort, wo viele Gastarbeiter aus der Türkei und Jugoslawien hingezogen sind, die FPÖ öfter gewählt wurde. Aktuell scheint das Gegenteil der Fall zu sein: Bei der Wahl haben dort, wo mehr Ausländer leben, auch mehr Menschen Van der Bellen gewählt.
  • In Belgien hatte der Vlams Blok dort mehr Stimmen, wo Nordafrikaner und Türken hingezogen sind. Mit der allgemeinen Zahl an Migranten fand sich kein Zusammenhang.
  • Die Joseph Rowntree Foundation hat keinen Zusammenhang zwischen der Zahl der Migranten in einer Region und dem Brexit-Vote, sehr wohl aber mit der relativen Zunahme über die vergangenen Jahre gefunden. In den USA gibt es keinen Zusammenhang zwischen Trump-Support und Zahl der Migranten. Dort wo mehr Latinos leben unterstützen sogar weniger Menschen Trump. In ländlichen Gemeinden in Burgenland, Kärnten, Niederösterreich, Oberösterreich und Salzburg gibt es in Österreich laut Sora keinen Zusammenhang zwischen der Zahl der Flüchtlinge und der Wahl von Hofer. Die Zahl der Ausländer korreliert positiv mit der Wahl von Van der Bellen. Bei den oberösterreichischen Landtagswahlen 2015 wählten jene Regionen eher FPÖ, die weniger Flüchtlinge beherbergen.
  • Meta-Studie zum Thema Ausländerfeindlichkeit, die Studien der vergangenen 20 Jahre zusammenfasst. Immigration attitudes show little evidence of being strongly correlated with personal economic circumstances. Instead, research finds that immigration attitudes are shaped by sociotropic concerns about its cultural impacts— and to a lesser extent its economic impacts—on the nation as a whole.
  • Welche Rolle spielt die Wirtschaft bei der Stimmung gegenüber Migranten? Stereotypical thinking does have an economic component, especially during times of hardship, as much of the literature on ethnic conflict and prejudice would suggest. Still, the results presented here show that economic calculations are not the sole foundation of prejudice, or even the main one. Auch diese Studie kommt zu einem ähnlichen Urteil: Our study suggests that the fear of diversity is a very powerful determinant of immigration attitudes, independent of economic factors. Among economic measures sociotropic judgements are more powerful than self or family regarding assessments.
  • Unterscheiden sich FPÖ-Anhänger charakterlich von Nicht-FPÖ-Anhängern? Diese Studie sagt ja, und zwar in "Openess to experience" und "Agreeableness". Our findings largely support the notion of cognitive-motivational goals in individuals, such as managing uncertainty or threat as well as maintaining stability in societal order and intergroup hierarchies, which manifest themselves in political ideology and voting behavior.
  • Was haben alle rechtspopulistischen Parteien gemeinsam? Sie drücken Unzufriedenheit mit Migration aus. Bei Protest gegen Korruption und wirtschaftliche Probleme schaffen auch andere politische Strömungen, Wähler zu fischen.
  • Was prägt die Stimmung gegenüber Migranten? Gar nicht so sehr die Zahl der Migranten oder die Wirkung auf die Ökonomie, sondern die Debatte, sagt diese Studie. People’s perceptions of immigration and immigrants come to rely more on vivid events (at home and abroad) and messages from politicians and media, and less on the demographic and economic conditions that have been the main focus of research to date.
  • Reduziert Bildung die Skepsis gegenüber Zuwanderern? Was auf den ersten Blick nachvollziehbar klingt, ist auf den zweiten komplizierter, wie diese Studie aus der Schweiz zeigt. Sie findet einen hohen "Selektionseffekt" bei Bildung: Menschen mit einem offerneren Weltbild gehen eher auf eine höhere Schule als verschlossenere. Die Bildung ändert dann nur mehr wenig daran.
  • Wann organisieren sich Menschen hierarchisch? Wenn sie sich in Gefahr sehen, wie diese Studie am Beispiel von 9/11 zeigt. Many average Americans become susceptible to "authoritarian thinking" when they perceive a grave threat to their safety.

TEIL VIER: Optimismus und Pessimismus

  • Auch in den USA sind es die Pessimisten, die Trump wählen, wie eine Brookings-Befragung zeigt. 68 Prozent der Trump-Sympathisanten denken, das Leben in den USA hat sich seit den 1950ern verschlechtert. 66 Prozent der Demokraten denken, es hat sich verbessert.
  • Eine Sora-Befragung vom Juli zeigt für Österreich den großen Gap, was den Ausblick für die allgemeine Lage des Landes betrifft. 67 Prozent der Hofer-Wähler geben an, dass sich die Lebensqualität in Österreich in den nächsten fünf Jahren eher verschlechtern wird. Bei Van der Bellen sind es 25 Prozent. (sat)