Autohersteller kommen durch IT-Konzerne massiv unter Druck

30. September 2016, 11:32
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PwC: Hoher Investitionsbedarf, während neue Anbieter die Margen anknabbern

Der Anteil der Autohersteller am Gewinn der gesamten Mobilitätsbranche wird bis 2030 von derzeit 70 auf 50 Prozent fallen. Wobei die Durchschnittspreise pro Fahrzeug stagnieren werden, so das Ergebnis einer Studie des Beratungsunternehmens PwC. Vernetzte Dienste dienten demnach primär dem Ersatz von Umsätzen aus älteren Funktionalitäten, für die der Kunde nicht länger bezahlen möchte.

2022 wird die vernetzte Technik laut Studie im Premiumsegment 14 Prozent des Kaufpreises eines Autos ausmachen (rund 6.750 Euro), bei einem Durchschnittswagen jedoch nur 7 Prozent (rund 1.600 Euro).

"Mobilität wird durch autonom fahrende Robo-Taxis verfügbarer, flexibler und günstiger"

Bei einer jährlichen Zuwachsrate von 24 Prozent werde sich das Umsatzvolumen im Bereich der vernetzten Mobilität weltweit von 47,2 Mrd. Euro in 2017 auf 140 Mrd. Euro in 2022 erhöhen – und sich damit innerhalb von fünf Jahren knapp verdreifachen.

"Mobilität wird durch neue Angebote wie autonom fahrende Robo-Taxis verfügbarer, flexibler und günstiger. Zusätzlich zu dem dadurch entstehenden Preisdruck müssen die Hersteller steigende Entwicklungs- und Produktionskosten für die hoch technisierten Autos der Zukunft schultern, insbesondere für die Themen Vernetzung, Automatisierung, Elektrifizierung und Mobilität. Dies führt zu strukturellen Veränderungen und hohem Investitionsbedarf. Gleichzeitig verlagern sich Erlöspotenziale zu neuen Mobilitätsanbietern", so PwC-Experte Michael Wagner.

Komplexe Preisgestaltung

Das heutige Geschäftsmodell der Autobranche basiere auf komplexer Preisgestaltung, geringen Innovationsfrequenzen und dem einmaligen Produktverkauf. In der neuen Welt braucht es einfache Lösungen, die den Kunden auch nach dem Autokauf über digitale Dienste weiterhin begeistern. Zudem verlagern sich mit hoher Geschwindigkeit signifikante Teile der Wertschöpfung auf Mobilitätsdienstleister, neue Technologieanbieter sowie Zulieferer, erwartet Wagner. (APA, 30.9. 2016)

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Pwc

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    foto: apa
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