Senioren fordern Diskriminierungsverbot

30. September 2016, 11:00
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Anlässlich des Tags der älteren Generation fordern die Seniorenorganisationen die Verankerung einer neuen Verfassungsbestimmung

Wien – Der sozialdemokratische Pensionistenverband Österreichs (PVÖ) und der ÖVP-Seniorenbund forden die Verankerung des Diskriminierungsverbotes aufgrund des Alters in der Verfassung und die volle Mitsprache und Teilhabe für Österreichs Seniorinnen und Senioren.

"Von der ‚zu alt, zu teuer‘-Mentalität am Arbeitsmarkt, über höhere Prämien bei Versicherungen, die Verweigerung von Krediten und/oder Kreditkarten trotz guter Bonität, über den Ausschluss von Mitsprache und Teilhabe bis hin zu kränkenden Mediendarstellungen… Altersdiskriminierung hat viele Gesichter – und der Pensionistenverband bekämpft sie auf allen Ebenen mit voller Kraft! Jetzt fordern wir ein Gesetz, das uns in diesem Kampf den Rücken stärkt! Dafür ist es höchst an der Zeit!", fordert PVÖ-Präsident Karl Blecha.

Dasselbe fordert auch die Präsidentin des Österreichischen Seniorenbundes, Ingrid Korosec: "Nur wer in den Gremien sitzt, kann wirklich mitbestimmen." Als Beispiel führt Korosec die Selbstverwaltung der Sozialversicherung an, wo Pensionistinnen und Pensionisten zwar beratend tätig sind, aber eben nicht mitentscheiden können.

Auch Weltgesundheitsorganisation warnt

"Unsere Forderung wird durch die Ergebnisse einer aktuellen Studie der Weltgesundheitsorganisation (WHO) untermauert. Altersdiskriminierung ist überaus verbreitet und die Einstellung gegenüber älteren Menschen ist heutzutage – laut Studienleitung – sogar mit dem ‚Rassismus oder Sexismus von vor vielleicht 20, 30 oder 40 Jahren‘ vergleichbar. Ein, für unsere Gesellschaft beschämendes Ergebnis! Mit schwerwiegenden gesundheitlichen als auch psychischen Konsequenzen für die ältere Generation. Wer das Alter vorwiegend negativ sieht, der lebt im Durchschnitt 7,5 Jahre kürzer, ihm drohen Einsamkeit und Depression. Daher setzt der Pensionistenverband alles daran, der Altersdiskriminierung einen starken gesetzlichen Riegel vorzuschieben!", stellt Blecha klar.

Der Pensionistenverband veröffentlichte am Freitag eine Punktation, über die mit seinem ÖVP-Pendant weitgehende Übereinstimmung besteht:

  • Gleichstellung mit den "alten" Sozialpartnern! Im Gegensatz zu den großen wirtschaftlichen Interessenvertretungen wie dem Österreichischen Gewerkschaftsbund (ÖGB), der Wirtschaftskammer (WKO), der Bundesarbeitskammer und der Landwirtschaftskammer müssen die gesetzlichen Interessensvertretungen der älteren und jüngeren Generation – Seniorenrat und Bundesjugendvertretung – immer noch um die Einbindung in alle politischen und gesellschaftlichen Entscheidungsprozesse ringen.
  • Volles Stimmrecht in den Organen der Selbstverwaltung der Krankenversicherung. Derzeit sind nur die Vertreter der Arbeitgeber und Arbeitnehmer mit Sitz und Stimmrecht vertreten. Die Vertreter der älteren Generation dürfen nur Beiräte sein! Dafür gibt es keinen nachvollziehbaren Grund. Das ist zutiefst diskriminierend!
  • Seniorvertreter dürfen – ebenso wie Vertreter der jüngeren Generation – bei Wahlen zum Nationalrat, den Landtagen und Gemeinderäten nicht von wählbaren Listenplätzen ausgeschlossen werden.

Der ÖVP-Seniorenbund merkt zum letzten Punkt an, dass er da eine gewisse Vorbuildrolle habe: Als einzige Seniorenorganisation in Österreich, vermutlich sogar in ganz Europa, hat der Seniorenbund mit Generalsekretär Heinz K. Becker einen Seniorenvertreter im Europäischen Parlament. (red, 30.9.2016)

  • Karl Blecha und Ingrid Korosec wollen ein verfassungsrechtlich verankertes Diskriminierungsverbot
    foto: t-mobile

    Karl Blecha und Ingrid Korosec wollen ein verfassungsrechtlich verankertes Diskriminierungsverbot

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