Bedenkliche Pyrrolizidinalkaloide in Tee und Honig

30. September 2016, 10:09
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Vor allem Honige, Tees und Nahrungsergänzungsmittel enthalten den schädlichen Stoff Pyrrolizidinalkaloid. Experten raten zu abwechslungsreicher Ernährung

Pyrrolizidinalkaloide (PA) sind sekundäre Pflanzeninhaltsstoffe. Bestimmte Pflanzenarten bilden diese Stoffe, um Fraßfeinde abzuwehren. Im Tierversuch zeigen bestimmte PA lebertoxische sowie krebserzeugende und erbgutverändernde Wirkungen. Bei Menschen liegen nur wenige gut dokumentierte Fälle vor. Die Symptomatik betraf in den meisten Fällen die Leber. In Pakistan, Indien und Afghanistan sind Menschen erkrankt, nachdem sie Getreide gegessen hatten, in Jamaika sind Vergiftungsfälle durch sogenannte Buschtees aufgetreten.

Bislang sind mehr als 660 verschiedene Verbindungen und derenN-Oxide bekannt. Sie wurden in mehr als 350 Pflanzenarten weltweit nachgewiesen, insgesamt wird aber mit dem Vorkommen von PA in über 6000 Pflanzenspezies gerechnet. Hierzulande nehmen Konsumenten gesundheitlich bedenkliche Mengen an PA vor allem über Verunreinigungen in Kräutertees – einschließlich Rooibostee – sowie in schwarzem und grünem Tee auf. Auch der Verzehr von belastetem Honig kann zur PA-Aufnahme beitragen. Dabei sind nicht das einmalige Honigbrot, mal ein Glas Eistee oder eine Tasse Tee das Gesundheitsrisiko, sondern die dauerhafte PA-Aufnahme über verunreinigte Lebensmittel, so das deutsche Bundesinstituts für Risikobewertung (BfR).

"Das BfR hat analytische Methoden entwickelt, mit denen die PA-Gehalte in den verschiedenen Lebensmitteln zuverlässig bestimmt werden können. Somit lassen sich Rohstoffe vor der Verarbeitung oder Lebensmittel zuverlässig kontrollieren", sagt BfR-Präsident Andreas Hensel. Das BfR hat nun aktuelle Daten zum Gehalt von PA in den wichtigen Lebensmittelgruppen Milch, Eier, Fleisch, Früchtetee, Honig, Kräutertee, schwarzer Tee und grüner Tee sowie Gewürze, Mehle und Nahrungsergänzungsmittel ausgewertet.

Tee als Hauptquelle

Mit PA verunreinigte Kräutertees, schwarzer und grüner Tee sowie Honig sind die Hauptquellen, über die Konsumenten PA aufnehmen können. Die Summe der in Lebensmitteln enthaltenen PA kann sowohl für Kinder als auch für Erwachsene bei längerer Aufnahme gesundheitlich bedenklich sein. Ein akutes Gesundheitsrisiko besteht hier jedoch nicht. Auch Verunreinigungen in Gewürzen und Kräutern stellen möglicherweise eine relevante Quelle für PA dar. Auch Mehl, Salatmischungen und Blattgemüse können mit PA-haltigen Pflanzenbestandteilen verunreinigt sein.

Erwachsene können auch über pflanzenbasierte Nahrungsergänzungsmittel hohe PA-Mengen aufnehmen, die die übliche Aufnahmemenge über Lebensmittel deutlich überschreiten. Bei den in einigen Nahrungsergänzungsmitteln gemessenen teilweise hohen Gehalten muss sogar die Möglichkeit akuter Vergiftungen in Betracht gezogen werden, wenn die täglich empfohlene Menge dieser Produkte verzehrt wird, so das BfR.

Milch, Eier und Fleisch sind kaum bzw. gar nicht mit PA belastet. Ebenso sind Früchtetees kaum mit PA-haltigen Pflanzen verunreinigt. Um das Risiko für Konsumenten zu verringern, empfiehlt das BfR Abwechslung und Vielfalt bei der Auswahl von Lebensmitteln. Auf diese Weise kann ein Gesundheitsrisiko durch einzelne, möglicherweise PA-belastete Lebensmittel minimiert werden. Insbesondere Eltern wird empfohlen, ihren Kindern nicht ausschließlich Kräuter- oder Eistee, der auf Schwarzteebasis hergestellt wurde, zu geben. Auch Schwangere und Stillende sollten Kräutertees abwechselnd mit anderen Getränken konsumieren. (idw, red, 30.9.2016)

  • Gesundheitlich bedenkliche Mengen an PA werden vor allem über Verunreinigungen in Kräutertees sowie in schwarzem und grünem Tee aufgenommen.
    foto: wikipedia/publicdomain

    Gesundheitlich bedenkliche Mengen an PA werden vor allem über Verunreinigungen in Kräutertees sowie in schwarzem und grünem Tee aufgenommen.

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