Fälschungen kosten EU-Pharmasektor zehn Milliarden Euro im Jahr

30. September 2016, 09:19
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Durch Nachahmungen von Medikamenten entgehen der Pharmabranche jährlich etwa 4,4 Prozent ihres Gesamtumsatzes. Auch 38.000 Arbeitsplätze sind dadurch verloren

Den Pharma-Unternehmen in der Europäischen Union entgehen durch Medikamentenfälschungen jedes Jahr rund zehn Milliarden Euro. Das seien etwa 4,4 Prozent der Gesamtumsätze der Branche, teilte das EU-Amt für Geistiges Eigentum (EUIPO) kürzlich mit. Nach einer Studie der Beobachtungsstelle der EUIPO werden dadurch geschätzt 38.000 Arbeitsplätze vernichtet.

Berücksichtigt wurden in der Studie weder EU-Einfuhren illegaler Produkte noch die Einbußen der EU-Hersteller durch Fälschungen auf Märkten in Nicht-EU-Ländern.

Gefahr für die Gesundheit

Berücksichtigt man neben den direkten auch die indirekten Auswirkungen auf andere Wirtschaftszweige und für die staatlichen Einnahmen der 28 EU-Länder, so ergibt sich der Studie zufolge ein Umsatzverlust durch Fälschungen von ungefähr 17 Milliarden Euro sowie ein Beschäftigungsrückgang von rund 91.000 Arbeitsplätzen.

Die Marken- und Produktpiraterie im Pharmasektor habe nicht nur wirtschaftliche Konsequenzen, warnte EUIPO-Präsident Antonio Campinos: "Die Fälschungen können giftig sein und stellen eine große Gefahr für die Gesundheit dar." Der Portugiese rief die zuständigen Stellen dazu auf, Maßnahmen gegen die Piraterie zu ergreifen. (APA, 30.9.2016)

  • Gefälschte Medikamente schaden nicht nur der Volkswirtschaft sondern auch der Gesundheit.
    foto: wikipedia/takkk/(CC-Lizenz)

    Gefälschte Medikamente schaden nicht nur der Volkswirtschaft sondern auch der Gesundheit.

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