Immo-Investments: Vier-Milliarden-Grenze in Reichweite

30. September 2016, 15:41
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Am heimischen Immobilien-Investmentmarkt wird ein absolutes Rekordjahr erwartet. Mehr als die Hälfte des Transaktionsvolumens im ersten Halbjahr 2016 betraf Büroimmobilien

Nach dem Rekordjahr 2015 könnte heuer neuerlich mehr Geld als jemals zuvor in österreichische Gewerbeimmobilien investiert werden. 2015 wurden – je nach Zählweise der verschiedenen Maklerunternehmen – jedenfalls deutlich mehr als drei Milliarden umgesetzt, bei CBRE sah man zuletzt sogar 3,9 Milliarden erreicht.

Weil das erste Halbjahr 2016 nochmals um rund 3,8 Prozent stärker war als jenes von 2015, glaubt man bei CBRE, dass heuer erstmals überhaupt die Vier-Milliarden-Schwelle übersprungen werden könnte. "Wenn die großen Transaktionen, die noch in der Pipeline sind, alle aufgehen, dann wird das Vorjahresrekordniveau auf jeden Fall erreicht, wenn nicht übertroffen", sagt Andreas Ridder, Geschäftsführer Österreich und Chairman CEE bei CBRE. Bei der Bank Austria, wo man im Vorjahr 3,7 Milliarden Euro zählte, rechnet man wieder mit dem Erreichen dieses Volumens.

Koreanische Investoren

Die bisher größten Deals heuer waren der Verkauf des IZD-Towers in Wien 22 von einem Signa-Fonds an koreanische Investoren. Der Kaufpreis dürfte sich zwischen 250 und 300 Millionen Euro bewegt haben. Es handelte sich dabei um das zweitgrößte jemals registrierte Büroimmobilieninvestment in Österreich. Etwa in derselben Größenordnung ist die Übernahme des Entwicklungsprojekts "Forum Donaustadt" durch Signa und ARE angesiedelt. Verkäufer waren die beiden bisherigen Projektpartner Wirtschaftsagentur Wien und STC.

Büroimmobilien waren im ersten Halbjahr mit rund 52 Prozent die stärkste Assetklasse. Dieses Niveau sollte auch im zweiten Halbjahr gehalten werden können, erwartet Ridder.

Drei prominente Hotels verkauft

Zweitwichtigste Assetklasse mit 23 Prozent waren Hotels – ganz entgegen dem europäischen Trend. An der Steigerungsrate von 126 Prozent gegenüber dem ersten Halbjahr 2015 waren vor allem zwei große Deals schuld: Einmal der Verkauf des Wiener Hilton am Stadtpark, das für angebliche 200 Millionen Euro von der RZB an Betha Zwerenz & Krause und APM Holding ging. Und für das Hotel Imperial zahlte die Al-Habtoor-Gruppe aus Dubai immerhin auch noch 70 Millionen Euro an Starwood.

Ende August – und damit schon im zweiten Halbjahr – fand schließlich auch noch in Salzburg ein Closing statt: Das Traditionshaus Goldener Hirsch ging für 20 Millionen Euro von Starwood an die Wild-Gruppe. Wegen des positiven Ausblicks für den österreichischen Tourismus erwartet man bei CBRE noch einige Hoteltransaktionen. (mapu, bere, 30.9.2016)

  • Österreichs größtes Hotel, das Wiener Hilton am Stadtpark, wechselte im ersten Halbjahr für rund 200 Millionen Euro den Besitzer.
    foto: apm holding

    Österreichs größtes Hotel, das Wiener Hilton am Stadtpark, wechselte im ersten Halbjahr für rund 200 Millionen Euro den Besitzer.

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