OeNB-Gouverneur Nowotny sieht Heta-Streit vor Ende

29. September 2016, 22:28
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Notenbankchef lobt Schelling: "Kein Finanzminister vor ihm hat das geschafft"

Klagenfurt/Wien – Im milliardenschweren Streit um die österreichische Skandalbank Heta ist nach Ansicht von Notenbankchef Ewald Nowotny eine Lösung in Sicht. "Ich denke, dass Finanzminister Hans Jörg Schelling die entsprechenden Mehrheiten erhalten wird. Kein Finanzminister vor ihm hat das geschafft. Es geht in die richtige Richtung", sagte er am Donnerstagabend zu Reuters in Berlin.

Zuletzt hatten immer mehr Gläubiger eingelenkt, sagte der Gouverneur der Oesterreichischen Nationalbank. Ob der jahrelange Streit zwischen den Eigentümern und den Gläubigern der ehemaligen Kärntner Hypo Alpe Adria endgültig zu den Akten gelegt werden kann, dürfte sich erst Mitte Oktober zeigen. Damit das Angebot in Kraft treten kann, müssen zwei Drittel der Gläubiger zustimmen, darunter auch mindestens ein Viertel der nachrangigen Gläubiger, die auf den Großteil ihres Geldes verzichten müssen. Das Angebot läuft noch bis zum 7. Oktober. Das Ergebnis wird für den 10. Oktober erwartet.

Die Republik und das Bundesland Kärnten wollen jene Heta-Schulden zurückkaufen, für die Kärnten haftet. Das Bundesland hatte Garantien für Heta-Anleihen von rund elf Milliarden Euro übernommen, ist nach eigenen Angaben aber nicht in der Lage, die Schulden vollständig zu begleichen. Nachdem das erste Vergleichsangebot im Frühjahr platzte, hat Kärnten den Gläubigern Anfang September eine nachgebessertes Offert vorgelegt.

Die Geldgeber, darunter viele deutsche Banken und Versicherer, können nun darauf hoffen, dass ein Großteil ihrer Anleihen zurückbezahlt wird. Das Angebot sieht vor, dass die Inhaber besicherter Anleihen rund 90 Prozent ihrer Forderungen zurückbekommen, die von nachrangigen Papieren rund 45 Prozent. (APA/Reuters,, 29.9.2016)

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