Pariser Autosalon, Teil III: Facelift-Orgien & SUV-Boom

3. Oktober 2016, 12:25
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Dritter und letzter Teil eines Rundgangs auf dem Pariser Autosalon

· RENAULT-NISSAN Facelift-Orgie bei Dacia. Damit gleich weiter zu Infiniti – dort rüstet man sich für den nächsten SUV und bereitet das Publikum mit dem QX Sport Inspiration darauf vor. Wer mit dem markanten Markendesign vertraut ist, ahnt, dass das schon nah an der Serie ist. Vermutlich 2017 wird daraus der neue QX50. Dann: Weltpremiere für den Nissan Micra.

foto: nissan
Der Nissan Micra versucht sich neuerdings in fetzigem Design. Ab erstem Quartal 2017 in Österreich.

Na, die trau'n sich was, das ist ja ein richtig progressiver Kleiner! Konventioneller geht's bei den Motoren zu, von einem 0,9-Liter-3-Zylinder-Turbo und einem 1,5-Liter-Diesel mit jeweils 90 PS ist die Rede und auch noch von einem 1,0-Liter-Benziner mit schlanken 75 PS. Der Startschuss fällt im ersten Quartal 2017. Bei Renault schauen die Daltons rein, bringt aber nix, denn zu knacken ist dieser Trezor nicht.

foto: renault

Renaults 4,70-Meter-Beitrag zur Pulsfrequenzsteigerung ist eine superlässige ästhetische Fingerübung, die leider auch eine bleiben wird – aber, ähnlich wie bei Citroën, "einen Ausblick auf die künftige Designsprache" geben soll. Angetrieben wird der Trezor elektrisch, die Technik ist abgeleitet von jener, die in der Formel E Verwendung findet, heißt: 350 PS, Reichweite unbekannt. Weiters debütiert der Koleos.

foto: renault
Renaults Koleos kommt zwar wieder aus Südkorea, baut aber auf derselben Plattform auf wie Espace, Talisman, Kadjar. Ab Anfang 2017.

Ergänzt das SUV-Angebot der Marke endlich auch für Europäer schlüssig nach oben. Der 4,67-Meter-SUV startet im Frühjahr mit zwei Selbstzündern (130, 175 PS), Frontantrieb und Allrad, Handschalter und CVT-Getriebe. Sonst noch was? Bien sûr. Renault pimpt den Zoe. Nach dem Motto "Das soll ein Messer sein?" steigert man die Reichweite nicht wie beim i3 von 190 auf 300 km, sondern von 210 auf 400. Eine Ansage, zumal Renault schon diesen Dezember startet. 24.390 Euro kostet dieser Zoe bei Batteriemiete, kauft man die mit, sind 31.890 fällig.

· TOYOTA Noch mehr als bisher will Lexus vom SUV-Boom profitieren und bringt grob geschätzt 2028/19 ein neues Modell unterhalb des NX – genau darauf macht die in Paris gezeigte Stealth-Designstudie UX schon mal Appetit.

foto: lexus
UX Concept. Dient wohl als Vorbereitung auf einen kleinen Lexus-SUV unterhalb des NX, der 2018/19 kommen soll.

Toyota wiederum bereitet sich intensiv auf den im Jänner erfolgenden Marktstart des verwegen gestalteten Crossovers C-HR vor, er kommt mit 1,2-Liter-Benziner (116 PS) und Hybridantrieb (122 PS). Außerdem zeigt man noch einmal das Wasserstoff-Brennstoffzellen-Konzept FCV Plus – das futuristische Stadtmobil lässt sich via Smart Grid auch gleich als Stromlieferant nutzen.

· VW Verglichen mit den bombastischen Auftritten der vergangenen Jahre fällt der Pariser Salonauftritt heuer fast bescheiden aus. Bentley, Bugatti und Lamborghini treten, wie gesagt, gar nicht an. Was der Konzern mitgebracht hat, kann sich allerdings sehen lassen. Beginnen wir mit Audi. Neuer Q5.

foto: audi
Q5. Es bleibt ästhetisch beim Rundling. Technisch zeigt sich Audis zweitgrößter SUV auf neuestem Stand. Marktstart ist Ende Jänner.

Im Außendesign nicht sooo die große Überraschung, hinsichtlich technischer Inhalte aber über alle Zweifel erhaben. Basierend auf dem Modularen Längsbaukasten, hat er mit VW Tiguan und Konsorten (Modularer Querbaukasten) nichts zu tun. Zum Marktstart gibt es je einen Diesel (190 PS) und Benziner (252 PS), später folgt etliches bis hin zum Plug-in-Hybrid.

foto: audi
Schön und praktisch, zweite Auflage: Ab Anfang 2017 ergänzt bei Audi der A5 Sportback das Coupé.

Ferner: Debüt für A5/S5 Sportback und RS3 Limousine (400 PS). Bei Porsche hat der Panamera designmäßig seine endgültige Form gefunden. So aufregend kann elitäre Oberklasse sein. Antriebsseitig zur Auswahl stehen ein Diesel (422 PS), zwei Benziner (440, 550 PS) und ein Plug-in-Hybrid (462 PS), Preise: 110.160 bis 186.731 Euro. Ab 5. November.

foto: skoda
Hier kommt Skodas nächster Bestseller, der Kodiaq. Ein 4,7-Meter-SUV-Feschak mit Allrad und enorm viel Platz. Die ersten bärigen Typen gelangen im März nach Österreich.

Bei Seat deutet die Studie Ateca X-Perience darauf hin, dass die Spanier noch eine Menge gute Ideen für den Ateca haben. Und dann: großer Auftritt für den Skoda Kodiaq. Scheint ja ein genialer Wurf zu sein, wenn man den Bestelleingang als Kriterium nimmt. 4,7 m lang ist der kristallklar gestylte SUV, der zum Auftakt im März mit zwei Diesel- und drei Benzinmotoren (125 bis 190 PS) und ausschließlich Allrad verfügbar sein wird. Der VW I.D. hingegen, und damit kommen wir zum Schluss, signalisiert die antriebstechnische Neuausrichtung des deutschen Autoriesen mit einem massiven Schwerpunkt auf der Elektromobilität – in deren Rahmen bis 2025 konzernweit über 30 E-Fahrzeuge zu erwarten sind. Der I.D. selbst, ein E-Mobil in Golf-Größe, basiert auf dem neuen Modularen Elektrobaukasten (MEB) und mündet 2020 in ein Serienmodell ein. Studienkonfiguration: ein E-Motor mit 170 PS, Reichweite bis zu 600 km. Schöne Aussichten. (Andreas Stockinger, 3.10.2016)

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