Online-Datenbank soll Handel mit Menschenaffen einschränken

30. September 2016, 05:30
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Wichtig im Kampf für das Überleben der Arten

Johannesburg – Das UN-Umweltprogramm UNEP hat am Donnerstag eine neue Datenbank zu illegal gehandelten Menschenaffen vorgestellt. Mehr als 1.800 beschlagnahmte Tiere seien darin aufgenommen worden, teilte die Great Apes Survival Partnership (Grasp) auf der Welt-Artenschutzkonferenz in Johannesburg mit. Zu den Menschenaffen zählen Gorillas, Schimpansen, Orang-Utans und Bonobos.

"Viel zu lange war der illegale Handel mit Menschenaffen anekdotisch und deshalb in Umfang und Ausmaß schwierig, einzuschätzen", sagte Doug Cress, Programmkoordinator von Grasp. "Zum ersten Mal halten solide und verifizierte Daten den unvergleichlichen, illegalen Handel mit Menschenaffen fest", sagte Neville Ash, Leiter des UNEP-Monitoring-Zentrums (UNEP-WCMC).

91 Prozent Orang-Utans und Schimpansen

Die eingespeisten Daten stammen von 105 Institutionen, darunter Regierungen, wissenschaftliche Einrichtungen, UN-Büros und Naturschutzorganisationen. 67 Prozent der in der Datenbank erfassten Tiere sind Orang-Utans, 24 Prozent sind Schimpansen, gefolgt von Gorillas (sechs Prozent) und Bonobos (drei Prozent).

Die Daten reichen bis ins Jahr 2005 zurück und umfassen Beschlagnahmungen in 23 Ländern. Die Hälfte davon erfolgten in Ländern in Europa, dem Nahen Osten und Asien, in denen es keine Bestände gibt. Dabei werden viele gewilderte Tiere nicht erfasst, wie Grasp mitteilte. Einigen Studien zufolge werden auf der Jagd nach einem lebenden Schimpansen rund zehn weitere getötet.

Handel als größte Gefahr für Menschenaffen

Das Portal entstand in Folge einer UNEP-Studie von 2013. "Stolen Apes" legte offen, dass die meisten beschlagnahmten Menschenaffen im Inland beschlagnahmt wurden und nicht an den Grenzen. Das bedeutet, dass große Institutionen zur Überwachung des internationale Handels wie Cites, Interpol, oder das UN-Büro für Drogen- und Verbrechensbekämpfung (UNODC) diese Zahlen nicht erfassen. "Jeglicher Handel mit Menschenaffen – ganz gleich, ob über internationale Grenzen oder nicht – muss als reale Gefahr für das Überleben dieser gefährdeten Arten gesehen werden", sagte der UNEP-Direktor Erik Solheim.

Weltweit gibt es dem WWF zufolge noch 150.000 bis 250.000 Schimpansen, geschätzte 40.000 Bonobos, etwa 60.000 Orang-Utans und insgesamt etwa 105.000 Gorillas, wobei es von der Unterart Cross-River-Gorillas nur mehr höchstens 300 Exemplare gibt. Vertreter aus 183 Länder tagen noch bis 5. Oktober im südafrikanischen Johannesburg auf der Welt-Artenschutzkonferenz, um Regeln für den Handel mit gefährdeten Tieren und Pflanzen zu erstellen. (APA, 30.9.2016)

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