Den Haag klagt "Pokémon Go"-Entwickler wegen Ansturms auf geschützte Dünen

29. September 2016, 17:15
24 Postings

Hunderte Monsterjäger trampeln täglich durch Schutzgebiete

Weil Hunderte "Pokémon Go"-Jäger täglich durch geschützte Dünengebiete in einem Vorort von Den Haag trampeln, zieht die niederländische Stadt nun gegen die Entwickler des Spiels vor Gericht. Die Behörden wollten erreichen, dass die kleinen virtuellen Monster zwischen 23.00 Uhr und 7.00 Uhr aus den Schutzgebieten und von den Straßen verbannt würden, teilte die Stadtverwaltung am Donnerstag mit.

Ergebnislose Kontaktaufnahme zu Niantic

Seit das Spiel in den Niederlanden zu haben ist, haben Tausende Spieler die Strände der kleinen Ortschaft Kijkduin bei Den Haag bevölkert, um die dort versteckten Figuren zu fangen. Nach eigenen Angaben versuchten die Behörden bereits seit Mitte August, den US-Entwickler Niantic zu kontaktieren – ohne Erfolg. "Wir hatten keine andere Wahl" als die Entwickler zu verklagen, hieß es in der Erklärung von Donnerstag.

Die für das Franchising zuständige Pokémon Company hatte im August auf Nachfrage erklärt, Niantic sammele alle Forderungen, die Figuren aus bestimmten Gebieten zu entfernen, bis zur nächsten Aktualisierung der Handy-App.

Bereits mehrere Stätten entfernt

Bei den jüngsten Updates verschwanden etwa Hiroshima und das Holocaust-Mahnmal in Berlin aus dem Spiel. In Polen forderte auch das ehemalige NS-Vernichtungslager Auschwitz-Birkenau, das heute ein Museum ist, von der Liste der Spielstätten genommen zu werden.

"Pokémon Go" animiert die Spieler, mit ihrem Smartphone durch die Gegend zu laufen und in der "echten Welt" versteckte Pokémon-Figuren "einzufangen". Dabei werden die GPS-Funktion des Handys und Online-Kartenmaterial genutzt. (APA/AFP, 29.9.2016)

  • Spieler am Strand von Kijkduin
    foto: apa/afp/anp/remko de waal

    Spieler am Strand von Kijkduin

Share if you care.