Pariser Autosalon, Teil I: Der SUV ist immer und überall

30. September 2016, 08:21
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Aufmarsch der Neuigkeiten, 130 Jahre nach Erfindung des Automobils. Was demnächst kommt, was bald und was für immer Studie bleibt. Teil eins eines Salonrundgangs

· BMW Zu erwähnen sind zweierlei Neuheiten als wichtigste, die nicht oder noch nicht in Paris zu sehen sind: Auf die Weltpremiere des 5ers haben die Bayern verzichtet, die würde im Salonrummel glatt untergehen. Das andere ist der X2, der als X2 Concept bereits seriennah im Rampenlicht steht – er kommt dann 2018 nach Österreich, womit die Coupé-Derivate der BMW-SUVs vollzählig wären und dann X2, X4, X6 umfassen.

foto: bmw

Unter nebensächlichen Nebensächlichkeiten zu nennen wäre das Facelift des 3er Gran Turismo (und der Mini John Cooper Works Clubman; 231 PS, ab November), unter hauptsächliche Nebensächlichkeiten der i3, der im Zuge der Modellpflege eine neue Batterie und damit eine Reichweitensteigerung von 190 auf 300 km spendiert bekommen hat. Geht doch.

· DAIMLER Von Pebble Beach an die Seine: Mercedes hat die großmächtige 5,7-Meter-Überdrüberluxuscoupéstudie Maybach Vision 6 mitgebracht, am Messestand besteht akute Staugefahr wegen Publikumsandrangs. Weil's schick und korrekt und zudem Konzernstrategie ist, sprechen wir hier von einem ultimativen E-Mobil. 750 PS sollten ausreichend sein, 500 km Reichweite auch – bei behutsamer Pflege des Gas-, pardon: Strompedals. Und diese 500 km finden wir auch bei der Mercedes-Studie "Generation EQ" . Schon eher auf Normalsterbliche zugeschnitten, gibt sie einen Ausblick auf was ganz Reales, nämlich "eine neue Fahrzeuggeneration mit batterieelektrischem Antrieb", basierend auf einer eigenen Fahrzeugarchitektur.

foto: mercedes
Mercedes' E-Klasse All Terrain positioniert sich (ähnlich wie Audis A6 Allroad und Volvos V90 CC) zwischen Kombi und SUV. Ab Frühjahr.

Die beiden E-Motoren leisten zusammen 408 PS, Allrad ist Ehrensache. Schon bekannt ist der Marktstart für die nächste Neuheit: E-Klasse All Terrain. Mit (zunächst) 194 Diesel-PS, Allrad, 29 mm mehr Bodenfreiheit als das T-Modell und darüber hinaus mit Niveauregulierung (wie Audis A6 Allroad), dazu Geländeattribute auf der Außenhaut. Ein Missing Link zwischen Kombi und SUV, zugeschnitten auf Menschen, die mit SUVs nichts am Hut haben. Die Elektrooffensive des Konzerns startet übrigens schon 2017 mit dem Smart Fortwo ED, als Stadtflitzer ist der ja ohnehin prädestiniert für das elektrische Einsatzszenario. 81 PS leistet der E-Motor, Reichweite beim Fortwo: 160 km, beim Forfour: 155 km.

foto: daimler
Smart ED: Der Stadtflitzer war immer schon für die E-Mobilität prädestiniert. Reichweite ca. 160 km.

· FIAT spart sich die wichtigsten Neuheiten für anderswo auf (der neue Jeep Compass feierte gerade Weltpremiere in Brasilien, der erste Alfa-SUV, der Stelvio, tut das im November in L.A.) und beschränkt sich in Paris auf Nägelfeilen, sprich: behutsame Pflege des Vorhandenen. Immerhin zeigt man in Paris breite Präsenz.

foto: opel
Opel Karl im Offroadlook: Mit dem Karl Rocks kann man dank 18 mm mehr Bodenfreiheit durchaus ein bisserl in die Pampa. Ab Anfang '17.

· GM Ambitionierter Messeauftritt von Opel. Highlight ist natürlich das neue Elektromobil, der Ampera-e. Avisiert sind ein 204-PS-E-Motor sowie – Achtung! – ca. 500 km Reichweite und 150 km/h Vmax. Sieht richtig familienfreundlich aus, was auch Absicht war – Opel spricht von "Platz für fünf Passagiere und einem Kofferraum mit dem Fassungsvermögen eines ausgewachsenen Kompaktklasse-Fünftürers". Der Ampera-e wird im Frühjahr 2017 in Europa eingeführt, der genaue Österreich-Start steht noch aus. Über die Neuauflage des Mokka als Mokka X wurde schon berichtet, dieser Tage geht's los, mit Preisen von 19.590 bis 27.690. Anfang 2017 folgt der Karl Rocks. Ja doch, die haben den lustigen Winz SUVisiert. Sonst noch was? Zafira-Facelift – und Cabrio-Sondermodell Cascada Supreme. (Andreas Stockinger, 30.9.2016)

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