Ein Toter und dutzende Verletzte bei Zugunglück nahe New York

29. September 2016, 20:24
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Entgleister Zug raste in Prellbock in Bahnhof von Hoboken in New Jersey

Hoboken – Ein mit Pendlern vollbesetzter Zug ist nahe New York im morgendlichen Berufsverkehr bei voller Fahrt in einem Bahnhof verunglückt. New Jerseys Gouverneur Chris Christie sagte zu CNN, nach vorläufigem Stand gebe es einen Toten und mehr als hundert verletzt. Auch der Zugfahrer wurde schwer verletzt. Die Untersuchungen zur Unfallursache wurden am Freitag fortgesetzt. Der Pendlerbahnhof, den tägliche Zehntausende auf dem Weg von und nach Manhattan nutzen, blieb weiter gesperrt.

Diskussion um Bremssystem

Nach dem schweren Zugsunglück nahe New York mit einer Toten und 108 Verletzten ist die Debatte um automatische Bremssysteme wieder aufgeflammt. Die seit Jahren diskutierte und als Positive Train Control (PTC) bekannte Technik hätte das Unglück im Bahnhof von Hoboken Experten zufolge möglicherweise verhindern können.

Der Regionalzug hatte bei seiner Einfahrt in den Bahnhof von Hoboken im Bundesstaat New Jersey nicht abgebremst und war gegen einen Prellbock gerast. Der Betonpuffer wurde durch den Aufprall in die Höhe geschleudert und brachte das Glasdach über den Gleisen zum Einsturz, berichtete Michael Larson, ein Angestellter der Verkehrsbehörde von New Jersey. Es habe einen Knall gegeben, der sich wie eine Bombenexplosion angehört habe, sagte Larson, der sich zum Unglückszeitpunkt im Bahnhof befand, dem Fernsehsender CNN.

Prellbock gerammt

Nach seiner Schilderung fuhr der Zug nach der Kollision mit dem Prellbock weiter, durchquerte eine Lagerhalle und prallte gegen die Wand zum Wartesaal, wo er stehen blieb. "Wir haben nie abgebremst", sagte Jim Finan, ein Berufspendler, der sich im Zug befand, dem Sender Fox News.

Jene Passagiere, die in den Waggons gestanden seien, seien nach dem Aufprall "herumgeflogen", berichtete Finan. Er habe viele Menschen mit Kopfverletzungen gesehen. Im Zug habe Panik geherrscht, Passagiere hätten versucht, die Fenster einzuschlagen.

250 Passagiere

Die Sprecherin der Verkehrsbehörde, Jennifer Nelson, teilte mit, mehr als hundert Menschen seien verletzt worden, viele davon schwer. Nach ihren Angaben reisten etwa 250 Menschen in dem Zug. Laut Christie waren aber keine Menschen in dem Zugwrack gefangen.

Ein Großaufgebot von Feuerwehrleuten, Polizisten und anderen Rettungskräften war an dem Bahnhof im Einsatz. Der Zugverkehr in Hoboken wurde vorläufig eingestellt. Die Stadt liegt direkt gegenüber dem New Yorker Stadtteil Manhattan, auf der anderen Seite des Hudson-Flusses. (APA, AFP, 29.9.2016)

  • Ein vollbesetzter Zug krachte in die Station von Hoboken.
    foto: david richman

    Ein vollbesetzter Zug krachte in die Station von Hoboken.

  • Artikelbild
    foto: reuters/carlo allegri
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