Mimamusch: Ein paar Minuten Anarchie

29. September 2016, 15:34
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Das Festival hat das Kurztheater in Wien salonfähig gemacht. Am neuen Standort F23 feiert man nun die 10. Ausgabe

Wien – Fünfzehn Minuten. Mehr braucht es nicht, um die Zuschauer in Staunen, Lachen oder Irritation zu versetzen. Wie im Magischen Theater aus Hermann Hesses Steppenwolf verschwimmen zuweilen auch beim Kurztheaterfestival Mimamusch Realität und Fiktion zu einem anarchischen Traumerlebnis.

Das Konzept: Eine Clubnacht im aufgelassenen Fabriksgebäude wird von einer Handvoll Schauspielern aufgemischt. Quer über das Gelände verteilt spielen die jungen Akteure Kurzstücke, die zeitgleich nebeneinander ablaufen. Nicht selten operieren sie dabei mitten im Publikum. Und das ist stetig gewachsen.

2006 im charmant-verruchten Ottakringer Ragnarhof als Experiment aus der Taufe gehoben, ist Mimamusch in der Wiener Offszene schnell zum Fixtermin avanciert. Der Ragnarhof musste im vergangenen Jahr schließen. Mimamusch aber lebt weiter. Zum zehnjährigen Geburtstag präsentiert sich das Festival nun so umfangreich wie nie.

Sie wünschen, wir spielen

Quartier bezieht man von 30. September bis 29. Oktober im F23 in Wien Liesing. Die ehemalige Sargfabrik, wo 2015 Frank Castorf Die Brüder Karamasow inszenierte, ist mit ihrem postindustriellen Ambiente wie geschaffen für Mimamusch.

Zehn je fünfzehnminütige Stücke stehen auf dem Spielplan. Sie können variabel nach Publikumswunsch von 20 bis vier Uhr früh wiederholt werden. Behandelt werden Themen wie Burnout, künstliche Intelligenz, die Wirren der kubanischen Revolution, psychologische und fantastische Stoffe.

Für die Party rund ums Schauspiel sorgen zahlreiche DJs und Bands, darunter Lokalgrößen wie Dunkelbunt (1. 10.) oder Sofa Surfers (28. 10.). Neu hinzugekommen sind sonntägliche Kinderprogramme. Wenn das nicht anarchisch wird ... (Stefan Weiss, 30.9.2016)

30. 9. – 29. 10., jeweils Fr. u. Sa. 20.00. Vorverkauf: wien-ticket.at

Link www.mimamusch.at

  • Eine Nacht bei Mimamusch würfelt Realität und Fiktion zuweilen ganz schön durcheinander. Im Stück "Skyborg" sind Sven Stäcker und Valerie Anna Gruber behilflich.
    foto: peter f. kupfer

    Eine Nacht bei Mimamusch würfelt Realität und Fiktion zuweilen ganz schön durcheinander. Im Stück "Skyborg" sind Sven Stäcker und Valerie Anna Gruber behilflich.

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