Deutsche Bank will Frankfurt zum Silicon Valley machen

29. September 2016, 14:02
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Bank lässt in Sossenheim 400 Software-Entwickler, IT-Spezialisten und Finanzfachleute an neuen Ideen tüfteln

Die Deutsche Bank hat jetzt auch in Frankfurt eine "Digitalfabrik" zur Entwicklung neuer Produkte. In Sossenheim tüfteln rund 400 Software-Entwickler, IT-Spezialisten und Finanzfachleute an Ideen, wie das Bankgeschäft der Zukunft aussehen könnte. Bis 2018 sollen es doppelt so viele sein, wie Privatkundenvorstand Christian Sewing am Donnerstag zur Eröffnung erklärte.

Er will sicherstellen, dass die Deutsche Bank von neuen Anbietern im Markt nicht in die Ecke gedrängt wird. "Wir werden auf die Digitalisierung nicht nur reagieren, wir werden sie aktiv gestalten."

Fintechs

Das Filialnetz, das auf dem Heimatmarkt gerade stark ausgedünnt wird, soll dabei weiter eine Rolle spielen, aber ein "neues Gesicht" bekommen. Die Deutsche Bank plant auch, verstärkt selbst in Startups aus der Tech-Szene (Fintechs) zu investieren. "Wir Banken müssen uns mehr denn je die Frage stellen müssen, wie wir in Zukunft Geld verdienen wollen", sagte Sewing.

Die "Digitalfabrik" in Frankfurt-Sossenheim wurde laut Sewing in sechs Monaten hochgezogen – in ausreichender Distanz zu den Doppeltürmen der Deutschen Bank in der Innenstadt, die intern auch gerne mal als "Elfenbeinturm" bezeichnet werden. Ähnliche Tech-Fabriken hat das Institut bereits in New York, London und Berlin ins Leben gerufen. Für die Digitalisierung nimmt der Konzern, der wegen seiner Sanierung derzeit so gut wie nichts verdient, viel Geld in die Hand: Bis 2020 insgesamt 750 Mio. Euro, davon 200 Mio. Euro allein in diesem Jahr.

Investitionen nötig

Die Investitionen sind dringend nötig, wie auch Bankchef John Cryan mehrmals angemahnt hat. Unmittelbar nach seinem Amtsantritt im Juli 2015 geißelte der Brite die marode IT der Bank als "lousy". Im Online-Banking gab es in den vergangenen Monaten wiederholt Pannen bei einfachen Buchungen. (APA, 29.9. 2016)

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