Drei Jahre Haft für Roms Ex-Bürgermeister gefordert

29. September 2016, 13:28
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Marino wegen Betrugs und Amtsmissbrauchs vor Gericht

Rom – Die römische Staatsanwaltschaft hat am Donnerstag drei Jahre und einen Monat Haft für den im Oktober 2015 zurückgetretenen Bürgermeister Roms, Ignazio Marino, beantragt. Der Vorwurf lautet auf Betrug und Amtsmissbrauch in Zusammenhang mit teuren Restaurantbesuchen und Reisen auf Kosten der Gemeindekassen.

Die Gemeinde Rom forderte vom Bürgermeister einen Schadenersatz in Höhe von 600.000 Euro wegen Rufschädigung. Aufgrund der Klage einiger Oppositionsparteien über Marinos Ausgaben hatte die römische Staatsanwaltschaft Ermittlungen wegen Unterschlagung öffentlicher Gelder eingeleitet. Marinos Ausgaben wurden genau unter die Lupe genommen. 28 Reisen hatte der Bürgermeister zwischen 2013 und 2015 unternommen. Er soll darüber hinaus eine Kreditkarte der Gemeinde für Besuche in teuren Restaurants mit Angehörigen genutzt haben.

Rücktritt 2015

Der Skandal um seine Ausgaben zwang Marino im Oktober 2015 zum Rücktritt. Schon vor Monaten war er im Kreuzfeuer der Kritik. Konfrontiert wurde er unter anderem mit dem gewaltigen Korruptionsskandal "Mafia Capitale", der zur Festnahme Dutzender Lokalpolitiker geführt hatte. Marinos Stadtregierung hatte schon monatelang gebröckelt.

Nach Marinos Rücktritt wurde die Stadt Rom unter Aufsicht eines Regierungskommissars bis zu den Neuwahlen im Juni gestellt. Bei den Kommunalwahlen setzte sich erstmals eine Frau, Virginia Raggi, durch. Das Mitglied der antieuropäischen Protestbewegung "Fünf Sterne" ist zurzeit mit mehreren Problemen mit dem Aufbau ihrer Stadtregierung konfrontiert. (APA, 29.9.2016)

  • Ignazio Marino, Ex-Bürgermeister
    foto: apa/afp/solaro

    Ignazio Marino, Ex-Bürgermeister

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