Smart-Meter-Daten sollen sicher sein: Stromvertrieb will mehr Infos

29. September 2016, 12:32
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E-Control: Daten müssen zu den Energielieferanten gelangen – Netzsprecher beklagt: Müssen Daten oft nach Verwendung gleich löschen

Bei den neuen "intelligenten Stromzählern" muss den Endkunden glaubhaft gemacht werden, dass die per Smart Meter gewonnenen Daten absolut sicher behandelt werden. Das betonte der Spartensprecher Netze von Oesterreichs Energie am Donnerstag bei einer Tagung in Salzburg. Derzeit kenne man den Kunden kaum, "wir lesen die Zähler derzeit nur einmal in drei Jahren ab".

Kosten

Das Smart-Meter-System, dessen Ausrollung an 5,5 Millionen Zählpunkten in Österreich wohl länger als bis Ende 2019 dauern werde, koste immerhin 1,5 bis 2 Mrd. Euro und solle deshalb im Sinne der Digitalisierung der Branche der Allgemeinheit etwas bringen, so Strempfl, Geschäftsführer der Energienetze Steiermark GmbH. Derzeit wisse man zu wenig über das Kundenverhalten, um die Netze darauf abzustimmen, die Karten zum Selbstablesen der Zähler würden von den Konsumenten zu 10 Prozent falsch ausgefüllt oder gar nicht retourniert.

Der Spartensprecher Handel & Vertrieb bei Oesterreichs Energie, Thomas Irschik, kritisierte, dass der Stromvertrieb die benötigten Daten von den Netzbetreibern oft nicht erhielten. "Die Netze verselbstständigen sich immer mehr", oft seien sie keine Partner mehr, sondern Gegner, so der Vorsitzende der Geschäftsführung der Wien Energie GmbH.

Datensammlung

E-Control-Vorstand Wolfgang Urbantschitsch bezeichnete es als absolut wichtig, dass die via Smart Meter gewonnenen Daten zu den Energielieferanten gelangen, die Netzbetreiber müssten sie weitergeben. Mit den Viertelstundenintervallen sehe der Smart-Meter-Datenfluss freilich schon recht alt aus – die für Vertriebsmodelle relevanten Daten werde es erst in der Zukunft geben.

Laut Strempfl werden die Smart-Meter-Daten derzeit einmal täglich ausgewertet, nämlich jene vom Tagesende am jeweils folgenden Vormittag. Die Auslesung der Daten werde sich sukzessive Richtung Echtzeit annähern, zeigte sich der Netzmanager überzeugt. Derzeit könnten die Kunden wählen, ob ihre Daten einmal täglich oder nur einmal pro Jahr ausgewertet werden.

Strempfl beklagte im Übrigen, dass die Netzbetreiber derzeit noch gar nicht über alle Rechte verfügten, um jene Daten auszuwerten, die sie benötigten. Bestimmte Daten dürfe man zwar verwenden, müsse sie aber gleich danach wieder löschen.

Die Aufgaben der Verteilnetze würden mittlerweile immer mehr jenen der Übertragungsnetzbetreiber ähneln, so Strempfl. Es gebe immer mehr aktive Kunden, die selbst auch Strom erzeugten und einspeisten. In der Steiermark habe man vor langer Zeit noch alle Betreiber von PV-Anlagen persönlich gekannt, mittlerweile seien es bereits 15.000. (APA, 29.9.2016)

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