Air Berlin streicht 1.200 Jobs, AUA mietet drei Flugzeuge an

29. September 2016, 11:58
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Auch fünf Flugzeuge aus dem Air-Berlin-Deal der Lufthansa werden im AUA-Design in Wien stationiert

Schwechat – Die AUA mietet drei zusätzliche Flugzeuge an. Eine Boeing 777 für die Langstrecke und zwei Airbus A320 werden für jeweils rund acht Jahre zur Flotte dazukommen, teilte der Vorstand der Lufthansa-Tochter am Donnerstag mit. Die Boeing 777 soll ab dem Frühjahr 2018 zur Verfügung stehen, die A320 werden schon ab Herbst vor allem die Verbindungen nach Deutschland übernehmen.

Außerdem werden aus dem am Mittwoch bekanntgegebenen Deal zwischen Air Berlin und Lufthansa fünf Maschinen inklusive Personal in Wien stationiert. Sie werden in Lackierung und Ausstattung im AUA-Design gestaltet, sagte AUA-Chef Kay Kratky am Donnerstag. Allerdings ist noch offen, welche Destinationen damit angeflogen werden und wie die finanziellen Konditionen aussehen. Die Maschinen sollen Anfang 2017 nach Wien kommen.

AUA führt Premium-Economy-Kategorie ein

Gleichzeitig gab die AUA bekannt, dass in der Economy Class nach Vorbild der Lufthansa eine Premium-Kategorie eingeführt wird. Internet bei den Mittelstrecke-Flugzeugen wird im Herbst getestet und bei entsprechender Annahme durch die Kunden bis Mitte 2017 auf Mittelstrecke-Flugzeugen ausgerollt. Außerdem wird im Winterflugplan eine Verbindung auf die Seychellen aufgenommen.

Die angeschlagene deutsche Air Berlin hatte Mittwochabend bekanntgegeben, im Zuge eines umfassenden Konzernumbaus 1.200 Stellen zu streichen. Die Flotte soll auf 75 Flugzeuge halbiert werden, Konkurrent Lufthansa soll per Leasing bis zu 40 Maschinen übernehmen. Zudem soll das Touristikgeschäft mit 35 Flugzeugen in einen eigenständigen Bereich verlagert werden.

Etihad denkt an Holding für Air Berlin

Die arabische Airline Etihad – Großaktionär der Niki-Mutter Air Berlin – denkt unterdessen an die Gründung einer neuen Holding, in die ihre Beteiligungen an der deutschen Airline sowie die Alitalia einfließen sollen. Etihad würde einen Anteil von 37 Prozent an der neuen Holding halten. Das liegt unter der 49-Prozent-Schwelle, die von der EU erlaubt wird, berichtete die Wirtschaftszeitung "Milano e Finanza".

Etihad sucht nach Wegen, um die krisengeschüttelte Alitalia über Wasser zu halten. Alitalias CEO Cramer Ball will die Flotte auf 20 Langstrecken-Maschinen ausbauen. Dafür ist jedoch die finanzielle Unterstützung von Etihad notwendig, die seit 2014 eine 49-prozentige Beteiligung an Alitalia hält.

Nach einem Pilotenstreik vergangene Woche sind die Beziehungen zwischen dem seit März amtierenden CEO und den Alitalia-Gewerkschaften sehr angespannt. Im November will Ball einen neuen Sanierungsplan für Alitalia vorlegen, die im Jahr 2016 einen Verlust von 183 Millionen Euro einfahren dürfte. Sollten die Gewerkschaften dem Plan nicht zustimmen, sei ein Rückzug von Etihad aus der Alitalia nicht ausgeschlossen, warnte der CEO. Das könnte das Ende der Airline bedeuten.

Um in die Gewinnzone zu gelangen und sich im Kampf gegen Billigcarrier wie Ryanair zu profilieren, will Alitalia verstärkt auf interkontinentale Flüge setzen. Im November wird Alitalia eine neue Verbindung zwischen Italien und Kuba einweihen. Zugleich soll mehr auf Service an Bord gesetzt werden. (APA, 29.9.2016)

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    grafik: apa
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