"No Man's Sky": Ermittlungen wegen irreführender Werbung, rapider Spielerverlust

29. September 2016, 11:03
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Britische Aufsichtsbehörde geht Beschwerden wegen trügerischen Marketings nach – Fehlende Spielinhalte als Grund

Nach dem Hype kommt der Fall: Das ambitionierte Weltraumexplorationsspiel "No Man's Sky", das im August veröffentlicht wurde, steckt in einer tiefen Krise. Berichten zufolge untersucht aufgrund vermehrter Beschwerden eine britische Werbe-Regulierungsbehörde das Marketing des Games hin auf Irreführung. Der Vorwurf: Es wurde und wird noch immer mit Spielinhalten geworben, die es im finalen Game gar nicht gibt.

Ermittlungen gegen Steam

Zahlreiche Beschwerden gegen Hersteller Hello Games und die Vertriebsplattform Steam haben die britische Regulierungs- und Wettbewerbsbehörde ASA (Advertising Standards Authority) auf den Plan gerufen. Wurzel der Kritik seien die falschen Versprechungen rund um das Spiel, die vor allem auf Steam zu finden seien.

Damit sind Screenshots und Videos gemeint, die verschiedene Inhalte versprochen oder angekündigt haben, aber nicht in "No Man's Sky" zu finden sind. Darunter fallen gezeigte Flugsimulationen der Raumschiffe, große Schlachten sowie ein intelligentes Verhalten der Tierwelt. Weitere Beschwerden bemängeln die mindere graphische Qualität des finalen Spiels, im Vergleich zu den Werbescreenshots.

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Video: Eines von vielen mokierenden Vergleichsvideos, die die Unterschiede zwischen den Trailern und dem finalen Spiel unterstreichen.

Sanktionen

Wie Eurogamer berichtet, leitete die ASA Ermittlungen gegen die Steam-Seite von "No Man's Sky" ein, auf denen die irreführenden Inhalte zu finden sind. Den Berichten zufolge habe man sich bereits mit Hello Games und Valve, Eigentümer von Steam, in Verbindung gesetzt und einen Fragebogen bezüglich des mutmaßlich trügerischen Marketings an die beiden Betreiber geschickt.

Ein positives Ergebnis der Ermittlungen könnte zahlreiche Sanktionen nach sich ziehen. So könnten bezahlte Internetwerbungen unterbunden werden. Neben Steam könnten laut der ASA auch andere Plattformen von den Untersuchungen betroffen sein, zum Beispiel YouTube oder die Spieleseite im PlayStation Store.

Die PR- und Marketingstrategie des Space-Games kam in letzter Zeit ins Kreuzfeuer der Kritik. Unter anderem bezeichnete der Sony-Chef, wie der GameStandard berichtete, die Kampagne vor Release von "No Man's Sky" als "nicht großartig". Zahlreiche Ankündigungen und Interviews versprachen Inhalte, wie einen ausgeklügelten Multiplayer-Modus, die es dann nie ins fertige Spiel schafften.

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Video: Wir spielen die tatsächlich erschienene Version von "No Man's Sky".

"No Man's Sky" blutet aus

Zusätzlich zu den nun eingeleiteten Ermittlungen gegen Steam und Hello Games, muss "No Man's Sky" einen herben Verlust an Spielern verzeichnen. Eine Statistik von GitHyp zeigt, dass die Weltraumodyssee bei Release fast 200.000 aktive Gamer pro Stunde verbuchen konnte.

Ende September seien nur mehr 2.123 Spieler in den Weiten von "No Man's Sky" unterwegs gewesen. Digital Spy, dass den gewaltigen Verlust an Spielern mit einem Ausbluten vergleicht, findet "No Man's Sky" nur mehr auf Platz 118 der Steam Charts wieder. (rec, 29.9.2016)

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    foto: hello games
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