Abschied von Shimon Peres: Sarg vor Knesset aufgebahrt

29. September 2016, 17:51
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Bürger können bis zum Abend vor dem israleischen Parlament Abschied nehmen

Jerusalem – Nach dem Tod von Shimon Peres am Mittwoch nimmt Israel Abschied von seinem Altpräsidenten. Der in eine israelische Flagge gehüllte Sarg des Friedensnobelpreisträgers kam am Donnerstag an der Knesset in Jerusalem an. Bis zum Abend können Bürger vor dem Parlament an dem aufgebahrten Sarg vorbeigehen.

Israels Ministerpräsident Benjamin Netanyahu und Staatspräsident Reuven Rivlin wollten zuvor noch Kränze niederlegen. Peres war im Alter von 93 Jahren gestorben, zwei Wochen nach einem schweren Schlaganfall. Bei seiner Beerdigung am Freitag werden führende Persönlichkeiten aus aller Welt erwartet.

Schon Stunden nach der Todesmeldung türmten sich am Mittwoch die internationalen Beileidsbekundungen zum Tod von Shimon Peres. Fast einstimmig wurde das Engagement des israelischen Altpräsidenten für den Frieden mit den Palästinensern hervorgehoben. US-Präsident Barack Obama sprach in einer ersten Wortmeldung etwa davon, dass nun "ein Licht ausgegangen" sei, dass aber "die Hoffnung, die er uns gegeben hat" stets weiterbrennen werde. Russlands Präsident Wladimir Putin lobte die "Weisheit und Voraussicht" des Verstorbenen, Deutschlands Präsident Joachim Gauck betonte, dass Peres selbst nach dem Holocaust bereit gewesen sei, Deutschland die Hand zu reichen.

Bahrain kondoliert

In einer seltenen arabischen Beileidsbekundung hat Bahrains Außenminister Khalid al-Khalifa auf den Tod des früheren israelischen Präsidenten Shimon Peres reagiert. "Ruhe in Frieden, Präsident Shimon Peres, ein Mann des Krieges und ein Mann des immer noch flüchtigen Friedens im Nahen Osten", schrieb Al-Khalifa am Donnerstag in einer auf Englisch verfassten Nachricht über den Kurznachrichtendienst Twitter.

Der Tod des 93-jährigen israelischen Politikers war von den übrigen Regierungen der arabischen Welt nahezu stillschweigend zur Kenntnis genommen worden. Die meisten arabischen Länder haben – ähnlich wie Bahrain – keine diplomatischen Beziehungen zu Israel. Lediglich der palästinensische Präsident Mahmoud Abbas sprach als einziger Regierungschef sein Beileid aus. Zu Peres' Beerdigung am Freitag wird neben Abbas lediglich ein Vertrauter des marokkanischen Königs anreisen.

Kurz, Bures und Fischer bei Begräbnis

In Israel zeigte sich Premier Benjamin Netanjahu "trotz unserer Meinungsverschiedenheiten" betroffen. Auch Palästinenserpräsident Mahmud Abbas drückte seine Trauer aus. Die Hamas hingegen ließ verlauten, sie sei "sehr glücklich" über den Todesfall.

Außenminister Sebastian Kurz teilte mit, Peres' Lebensweg habe ihn "inspiriert". Altbundespräsident Heinz Fischer würdigte ihn als "großen Staatsmann", der ihm Jahrzehnte ein "wirklich guter und treuer Freund" gewesen sei.

Zur Beerdigung auf dem Herzlberg in Jerusalem wird Fischer als Begleitung von Doris Bures fahren, die in ihrer Funktion als "Vorsitzende des Kollegiums in Ausübung der Funktion des Bundespräsidenten" Österreich vertritt. Erwartet werden auch US-Präsident Barack Obama, Deutschlands Kanzlerin Angela Merkel sowie US-Präsidentschaftskandidatin Hillary Clinton mit ihrem Gatten Bill. (red, APA, 29.9.2016)

  • Peres' Sarg vor der Knesset.
    foto: reuters/cohen

    Peres' Sarg vor der Knesset.

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