Spaniens Sozialisten rebellieren gegen Parteichef Sánchez

28. September 2016, 19:48
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17 von 38 Vorstandsmitgliedern des PSOE reichen Rücktritt ein

Madrid – Nach einer Serie von Wahldebakeln hat der Vorstand der spanischen Sozialisten (PSOE) den Sturz von Parteichef Pedro Sánchez eingeleitet. 17 der 38 Vorstandsmitglieder reichten ihren Rücktritt ein, meldeten Medien am Mittwoch unter Berufung auf PSOE-Sprecher.

Da zuvor bereits drei Mitglieder ihre Posten verlassen hatten und nun über die Hälfte der Vorstandsstellen vakant ist, muss Sánchez gemäß den Parteistatuten zurücktreten. Ein Interimsvorstand müsste demnach Neuwahlen organisieren.

Kritik an Blockade

Sanchez blockiert seit neun Monaten eine neue Amtszeit des geschäftsführenden konservativen Ministerpräsidenten Mariano Rajoy. Auch deshalb war er von ranghohen Parteikollegen zuletzt immer schärfer kritisiert worden. Ob die Entmachtung von Sánchez zu einem Ende der Blockade in Madrid führen kann, war zunächst ungewiss.

Die viertgrößte Volkswirtschaft der Eurozone hat seit der Parlamentswahl vom 20. Dezember wegen einer Pattsituation keine voll funktionstüchtige Regierung. Bei der Neuwahl am 26. Juni hatte sich Rajoys Volkspartei (PP) zwar als stärkste Kraft behauptet, die im Dezember 2015 verlorene absolute Mehrheit allerdings erneut deutlich verpasst. Wenn sich die Parteien bis zum 31. Oktober nicht auf die Wahl eines Regierungschefs einigen, muss König Felipe VI. für den ersten Weihnachtstag erneut Neuwahlen ansetzen. (APA, dpa, 28.9.2016)

  • Pedro Sánchez ist mit heftiger Kritik aus der PArtei konfrontiert
    foto: apa/afp/pierre-philippe marcou

    Pedro Sánchez ist mit heftiger Kritik aus der PArtei konfrontiert

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