Blackberry lagert Smartphone-Geschäft komplett nach Asien aus

28. September 2016, 18:00
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Kanadischer Konzern plant Strategiewechsel – Nach Produktion wird bis Ende Februar auch Entwicklung abgegeben – Apple-Rivale kann Umsatzschwund nicht stoppen

Blackberry läutet nach einem weiteren Umsatzeinbruch eine Strategiewende ein. Der kanadische Smartphone-Pionier kündigte am Mittwoch an, das Geschäft mit eigenen Handys komplett auszulagern. Nach der Hardwarefertigung soll bis Ende Februar auch die Entwicklung von Geräten an lizenzierte Firmen abgegeben werden, sagte Konzernchef John Chen.

Er setzt stattdessen vor allem auf Softwareangebote. Der durch die Konkurrenz von Apples iPhone an die Wand gedrückte Konzern hat mit anhaltendem Geschäftsschwund zu kämpfen.

Blackberry will über Lizenzeinnahmen weiter von seiner Marke profitieren. Dabei konzentriert sich das Unternehmen, das zu Beginn der Smartphone-Ära der Inbegriff der neuen Alleskönnerhandys war, vor allem auf Asien. So werde in Indonesien, dem größten Blackberry-Markt, künftig ein anderes Unternehmen die Geräte herstellen und vermarkten. Eine ähnliche Übereinkunft stehe in China kurz vor dem Abschluss, und in Indien werde an mehreren solcher Vereinbarungen gearbeitet.

Minimaler Marktanteil

Der einstige Platzhirsch kommt weltweit nur noch auf einen minimalen Marktanteil. Im vergangenen Geschäftsquartal sackten die Erlöse um fast ein Drittel auf 334 Mio. US-Dollar (306,6 Mio. Euro) ab. Unter dem Strich fiel ein Verlust von 372 Mio. Dollar an nach einem Überschuss von 51 Mio. Euro vor Jahresfrist. Rechnet man Sonderfaktoren heraus, erreichte die Firma nach eigener Auskunft aber die Gewinnschwelle. Das Management sprach von soliden Fortschritten im Bemühen, die operative Ertragskraft zu steigern. Der Konzern hat bereits eine Rosskur hinter sich, bei der Tausende von Jobs gestrichen wurden.

Bei den Anlegern kamen die Pläne zum Handygeschäft gut an: Blackberry-Aktien stiegen um rund vier Prozent. (APA, 28.9.2016)

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