Kachelmann gewinnt Schadenersatzprozess gegen Ex-Freundin

28. September 2016, 16:52
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Gericht stuft zudem die angebliche Vergewaltigung als Erfindung ein

Frankfurt am Main – Das Oberlandesgericht Frankfurt am Main hat Jörg Kachelmann am Mittwoch in einer nicht mehr anfechtbaren Entscheidung Schadenersatz von seiner Ex-Freundin zugesprochen. Zudem wurde festgestellt, dass diese ihre angebliche Vergewaltigung vorsätzlich erfunden habe. Das hatte den Wettermoderator 2010 ins Gefängnis gebracht, 2011 wurde er "im Zweifel für den Angeklagten" freigesprochen.

Kachelmann (58) hat nun Anspruch auf Schadenersatz in Höhe von rund 7.100 Euro plus Zinsen für Kosten, die ihm im Zusammenhang mit seiner Untersuchungshaft entstanden sind. In der Untersuchungshaft hatte er Sachverständige beauftragt, um sich gegen die Vorwürfe der Journalistin zu wehren. Ursprünglich wollte Kachelmann laut Gericht rund 13.400 Euro, später reduzierte er die Klagssumme.

Landgericht hatte Klage abgewiesen

In einem ersten Verfahren hatte das Landgericht Frankfurt Ende 2013 die Klage abgewiesen. Während das Gericht damals nicht feststellen konnte, dass die frühere Geliebte wissentlich falsch die Vergewaltigungsvorwürfe erhoben hatte, sah das Oberlandesgericht das anders. Laut einem vom OLG eingeholten rechtsmedizinischen Gutachten hatte sich die Frau die bei ihr festgestellten Verletzungen selbst zugefügt.

Das Verletzungsbild spreche in der Gesamtschau und unter Berücksichtigung der Schilderungen der Frau für eine Selbstbeibringung, erklärte das OLG. Bedeutsam sei außerdem, dass die Schilderungen der Frau zur angeblichen Vergewaltigung nicht mit den Verletzungen in Übereinstimmung zu bringen seien. Außerdem hätten die Aussagen der Frau für sich genommen erhebliche Plausibilitätsdefizite.

Keine Autosuggestion

Das Gericht stellte außerdem einen direkten Vorsatz bei der ehemaligen Geliebten fest. Es sei ihr darum gegangen, dass Kachelmann festgenommen wird. Schließlich sieht das OLG es als widerlegt und ausgeschlossen an, dass die Frau durch eine "Autosuggestion" nur glaubte, vergewaltigt worden zu sein. Die entsprechende Annahme des Landgerichts sei nicht nur spekulativ, sondern nach dem Ergebnis der Beweisaufnahme auch widerlegt.

Kachelmann hat nun nach eigenen Worten sein "Vertrauen in die deutsche Justiz zurückbekommen". "Ich bin sehr dankbar für dieses Urteil", sagte er nach der Entscheidung. Es stehe nun zweifelsfrei fest, dass er "Opfer eines Verbrechens" geworden sei, Opfer falscher Beschuldigungen. Nach dem Freispruch vom Vorwurf der Vergewaltigung in Mannheim seien Restzweifel geblieben. "Die Restzweifel wollte ich weghaben – und das ist jetzt weg." Falschbeschuldigungen dürften nicht straffrei bleiben. Eine erfundene Vergewaltigung sei "eine Verhöhnung von echten Vergewaltigungsopfern" und untergrabe deren Glaubwürdigkeit.

Dafür sieht sich die Ex-Geliebte als Opfer eines "Justizskandals". Ihr vorzuwerfen, sie habe die Vergewaltigung nur erfunden, sei "ein katastrophales Fehlurteil" eines "rein männlich besetzen Senats", sagte sie nach der Urteilsbegründung. Das Gericht wolle ein Exempel statuieren: "Man will uns Frauen stumm schalten." Die Richter beschimpfte sie mit den Worten "Ihr armseligen, feigen Frauenverächter". (APA, AFP, 28.9.2016)

  • Jörg Kachelmann siegte vor Gericht.
    foto: apa/dpa/frank rumpenhorst

    Jörg Kachelmann siegte vor Gericht.

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