"Hör Hör! Schau Schau!": Ohrwürmer und Brillenschlangen im Kindermuseum Zoom

28. September 2016, 15:59
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Die neue Ausstellung dreht sich um Hören und Sehen. Ausprobieren und Austoben stehen auf dem Programm

Wien – Einmal so laut schreien dürfen, wie man kann: In einer Schreikabine im Kindermuseum Zoom können die jungen Besucher ihre Stimme per Dezibel messen lassen. In der neuen Ausstellung im Wiener Museumsquartier ist kein Platz für das, was Kinder sonst oft zu hören bekommen, nämlich ruhig zu sitzen, still zu sein und keinen Lärm zu machen.

Wie wir die Umwelt wahrnehmen und wie wir bestimmte Eindrücke überhaupt erst verarbeiten können, wird kindergerecht in verschiedenen Stationen erklärt und mit Beispielen veranschaulicht.

Neugierig die Umwelt wahrnehmen

"Wir wollen Räume schaffen, die inspirieren", sagt Kurator Christian Ganzer bei der Pressekonferenz zur Eröffnung, der gemeinsam mit verschiedenen Künstlern und dem Team des Museums die Ausstellung realisiert hat. Mit der Gestaltung will er Alltagsphänomene in den Mittelpunkt rücken und diese "eine Spur mehr heranzoomen". Dabei soll es darum gehen, die Aufmerksamkeit auf das zu lenken, was "einfach passiert", wie das Wahrnehmen von Farben und Licht oder das Hören von Signaltönen oder dem Meeresrauschen.

foto: zoom kindermuseum / j. j. kucek
Auf einmal ganz groß sein: ein Raum, der mit verzerrten Wahrnehmungen spielt.

Die Ausstellung ist durchwegs interaktiv gestaltet und folgt keinem logischen Aufbau, sondern kann frei und in eigenem Tempo erforscht werden. Tennisbälle, riesige Schläuche, Hämmer und Girlanden dienen zur praktischen Veranschaulichung der naturwissenschaftlichen Phänomene und bilden Stationen, die dazu einladen, selbst auszuprobieren.

Einmal laut sein dürfen

Nachdem man in der Schreikabine sein Stimmvolumen herausgefordert hat, kann man schon in die Welt der Jugendlichen schnuppern und bei der "Silent Disco" tanzen. Ohne großen pädagogischen Fingerzeig wird gleichzeitig darauf aufmerksam gemacht, wie wichtig Gehörschutz ist und wie anstrengend dauernde Lärmbeschallung sein kann.

foto: zoom kindermuseum / j. j. kucek
Brüllen wie ein Löwe: das Motto in der Schreikabine.

Auch die Welt des Sehens wird den Kids auf vielfältige Art nähergebracht: Mit einem selbstgebastelten Kaleidoskop ausgestattet kann man Räume erforschen und auf Details aufmerksam werden oder in einem extra angefertigten Lichttheater Schattenspiele machen und gleichzeitig lernen, dass weißes Licht aus vielen Einzelfarben besteht.

Im Labyrinth mehrerer verschiebbarer Spiegel muss man Detektiv spielen, und durch eine Camera obscura kann man bei schönem Wetter sehen, wie der Museumshof sich auf den Kopf stellt. Zum Schluss kann man in Kostüme schlüpfen und als Ohrwurm oder Brillenschlange durch die Gegend spazieren.

foto: zoom kindermuseum / j. j. kucek
Schattenspiele mit pädagogischem Effekt.

"Das Zoom verfolgt Pädagogik, die immer wieder überrascht", sagt Stadträtin Sandra Frauenberger (SPÖ) bei der Eröffnung, das Kindermuseum sei eine "wichtige Kultureinrichtung". Das Motto der Bildungsgerechtigkeit werde hier umgesetzt, so die Stadträtin, weshalb auch der Eintritt für Kinder frei ist. (Vanessa Gaigg, 28.9.2016)

"Hör Hör! Schau Schau!": Ausstellung für Kinder von der ersten bis zur sechsten Schulstufe (sechs bis zwölf Jahre).

Zoom-Kindermuseum im Museumsquartier Wien

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