Lehrerauswahl: Wiener Stadtschulrat will mehr Mitsprache für Direktoren

28. September 2016, 15:36
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Die Kritik aus Oberösterreich am Konzept der Bildungsministerin kann man in Wien nicht nachvollziehen

Wien – Bildungsministerin Sonja Hammerschmid (SPÖ) bekommt bei ihrem Wunsch nach mehr Schulautonomie Unterstützung vom Wiener Stadtschulrat und der Industrie. Am Dienstag hatte der oberösterreichische Landesschulratspräsident Fritz Enzenhofer die Pläne der Ministerin, dass die Schulleiter künftig ihrer Lehrer selbst aussuchen sollen, massiv kritisiert. Im Bereich der Pflichtschulen sei das nicht umsetzbar, sagte Enzenhofer. Dem widerspricht sein Wiener Amtskollege Jürgen Czernohorszky.

"Mit einem reflexartigen Njet bei jedem bildungspolitischen Reformvorschlag werden wir das österreichische Schulsystem ganz sicher nicht nachhaltig verbessern können", sagte Czernohorszky am Mittwoch. Wien habe mit Modellversuchen zur stärkeren Mitsprache von Direktoren bei der Auswahl der Lehrer gute Erfahrungen gemacht. Hammerschmid habe recht, wenn sie den Schulen "mehr pädagogischen Freiraum" lassen wolle. "Das muss natürlich auch die Mitsprache bei der Auswahl der Lehrer betreffen."

Auch Georg Kapsch, Präsident der Industriellenvereinigung, hält Enzenhofers Kritik für sachlich nicht nachvollziehbar. "Ich hoffe sehr, dass in der Bildungspolitik endlich Bewegung und Ergebnisse sichtbar werden. Parteipolitisches und landespolitisches Kalkül scheinen gerade hier stets über der Sache zu stehen", sagte Kapsch. Das gelte auch für Lehrerbesetzung durch die Schulleiter. (red, 28.9.2016)

  • Die Bildungsminsiterin habe recht, wenn sie den Schulen "mehr pädagogischen Freiraum" lassen wolle, sagt der Wiener Stadtschulratpräsident Jürgen Czernohorszky.
    foto: heribert corn

    Die Bildungsminsiterin habe recht, wenn sie den Schulen "mehr pädagogischen Freiraum" lassen wolle, sagt der Wiener Stadtschulratpräsident Jürgen Czernohorszky.

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