Voestalpine eröffnet neues Werk in Linz

28. September 2016, 12:39
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Linz soll zum weltgrößten Kfz-Platinenproduktionsort werden

Linz – Die Voestalpine macht mit einem am Mittwoch eröffneten Werk Linz zum weltweit größten Produktionsstandort von lasergeschweißten Platinen für den Automobilbau. Zusammen mit einer bisherigen Anlage können künftig bis zu 20 Millionen Stück jährlich erzeugt werden. Das berichteten Voestalpine-Generaldirektor Wolfgang Eder und Vorstandsdirektor Peter Schwab in einer Pressekonferenz.

Das neue Werk gehört zur Voestalpine Automotive Components Linz GmbH. Das ist die nun umbenannte, vormalige Europlatinen GmbH, eine Tochtergesellschaft der Metal Forming Division mit Sitz in Linz. Sie stellt auf der Basis von Stahl – das Vormaterial kommt aus der nebenan beheimateten Steel Division – Platinen als Ausgangsmaterial für anspruchsvolle Automobilkomponenten her, beispielsweise Karosserie- und Strukturteile im Bereich A- oder B-Säule, Stoßfänger oder Träger für die Radachse. Dabei werden etwa unterschiedlich weiche und harte, dicke und dünne Stähle in einem Bauteil kombiniert. Ziel ist exzellentes Crash-Verhalten und dennoch Gewichts- und Verbrauchseinsparung. Die Kunden sind laut Eder Premium-Hersteller wie Daimler, BMW und Audi, die auf entsprechende Qualitäten angewiesen sind, aber auch so gut wie jeder Fahrzeugbauer in Europa. Die Voestalpine sei damit auch in den USA stark vertreten, zunehmend auch in China.

30 Millionen Investitionsvolumen

Das neue Werk mit einem Investitionsvolumen von 30 Millionen Euro erhöht die bisherige Kapazität um fünf Millionen auf 20 Millionen Stück jährlich. 70 neue Arbeitsplätze wurden geschaffen. Das Werk bedeutet auch einen Technologiesprung: Die nach eigenen Angaben schnellste Laserschweißanlage der Welt ermöglicht alle zwei Sekunden ein Teil. Erstmals ist auch die Produktion von Aluminiumstanzteilen und künftig von Alu-Alu-Platinen möglich. Für letzteres liegen noch keine Aufträge vor, für die Stahl-Platinen hingegen bereits bis 2027. Damit wurde für die kommenden drei Jahre eine Umsatzsteigerung in diesem Bereich von 113 auf 160 Millionen Euro geplant.

Der Automotive Sektor macht zwei Drittel des Umsatzes im strategischen Schwerpunktsegment Mobilität aus, der 48 Prozent zum Gesamtumsatz des Konzerns – zuletzt elf Milliarden Euro – beiträgt. Der Anteil soll bis 2020 auf 50 Prozent gesteigert werden. Der Bereich umfasst auch Lieferungen für Eisenbahnstruktur, beispielsweise Weichentechnologie, sowie die Raum- und Luftfahrt, etwa die Verbindungen zwischen den Triebwerken und den Flügeln und Teile des Fahrwerks von Flugzeugen. Automotive macht 32 Prozent des Konzernumsatzes aus. (APA, 28.9.2016)

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