Bosniens Chefankläger Salihovic vom Dienst suspendiert

28. September 2016, 12:19
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Wegen Verdachtes auf Amtsmissbrauch – Angeblich Ermittlungen gegen Dodik gestoppt

Sarajevo – Bosniens Chefankläger Goran Salihovic ist am Mittwoch vorläufig vom Dienst suspendiert worden. Die Entscheidung der zuständigen Disziplinarkommission erfolgte laut Medienberichten in Sarajevo wegen Verdachtes auf Amtsmissbrauch.

Salihovic soll demnach verdächtig sein, mehrere Ermittlungen gegen den bosnisch-serbischen Präsidenten Milorad Dodik gestoppt zu haben. Bosniens Sicherheitsminister Dragan Mektic hatte den Chefankläger vor einiger Zeit beschuldigt, dass er Informationen über bestimmte Ermittlungen im Zusammenhang mit Dodik habe durchsickern lassen.

Referendum

In den letzten Tagen war der Chefankläger auch wegen des umstrittenen Referendums in der kleineren bosnischen Entität, der Republika Srpska, heftiger Kritik ausgesetzt. Er sollte nichts unternommen haben, um die Abhaltung der verfassungswidrigen Volksabstimmung zu verhindern.

Erst am Montag verlautete aus dem Büro von Salihovic, dass Ermittlungen gegen Dodik eingeleitet worden seien, nicht wegen des Referendums selbst, sondern wegen der Missachtung eines Urteils des bosnischen Verfassungsgerichtshofs, mit dem der 9. Jänner als Nationalfeiertag der bosnischen Serben Ende 2015 für verfassungswidrig erklärt worden war. Salihovic war im Dezember 2012 zum bosnischen Chefankläger berufen worden. (APA, 28.9.2016)

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