Deutsche Post übernimmt UK Mail

28. September 2016, 10:19
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Paket-Netzwerk wird ausgebaut – Britisches Unternehmen mit rund 280 Millionen Euro bewertet

Düsseldorf/Bonn – Die Deutsche Post baut ihr boomendes Paket-Geschäft mit einer Übernahme in Großbritannien aus. Der Bonner Logistikkonzern habe sich mit UK Mail auf ein Angebot für eine Übernahme geeinigt, teilte die Post am Mittwoch mit. Insgesamt bewerte das Angebot von 440 Pence (5,1 Euro) je Aktie inklusive Zwischendividende UK Mail mit umgerechnet rund 281 Mio. Euro.

Das Management des britischen Konzerns wolle den Aktionären die Annahme des Angebots empfehlen. "Mit diesem Erwerb werden wir unser Netzwerk weiter ausbauen und eine starke Präsenz auf den drei größten E-Commerce-Märkten Europas – Großbritannien, Deutschland und Frankreich – haben", erklärte Post-Vorstand Jürgen Gerdes. Die Marktposition von DHL Paket werde gestärkt – und es gebe eine steigende Nachfrage nach grenzüberschreitenden Lieferungen.

Die Deutsche Post verzeichnet im Paket-Geschäft rasante Zuwächse. Immer mehr Verbraucher ordern Güter bei Online-Händlern von Amazon bis Zalando. Die Post oder Konkurrenten wie UPS oder FedEx liefern die Pakete aus. Die Rheinländer knüpfen nun ein europäisches Netzwerk – und lassen sich bei ihrer Übernahme auch nicht von der britischen Entscheidung für einen Austritt aus der Europäischen Union (EU) schrecken.

1971 gegründet

UK Mail wurde in 1971 vom derzeitigen Vorstandsvorsitzenden Peter Kane gegründet. Das Netzwerk des Unternehmens umfasst mehr als 50 Standorte in Großbritannien und beschäftigt über 3.000 Mitarbeiter. Die Neuigkeiten kamen an der Londoner Börse gut an: Die UK-Mail-Aktien schossen im frühen Handel um 43 Prozent in die Höhe.

Gerdes arbeitet am Ausbau des Paket-Netzwerks der Deutschen Post. Der Konzern ist dabei in 18 europäischen Ländern tätig und zudem bereits stark in Großbritannien engagiert. Das Unternehmen hatte schon in der Vergangenheit kräftig in dem Land zugekauft – 2005 übernahm es den Logistiker Exel mit rund 10.500 Beschäftigten für über 5 Milliarden Euro. (APA, Reuters, 28.9.2016)

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