Wien Energie setzt verstärkt auf Digitalisierung

28. September 2016, 08:15
5 Postings

Unternehmen im Halbjahr mit mehr Umsatz und Gewinn – Smart-Home-Produkt ab Herbst

Wien – Die Wien Energie setzt verstärkt auf Digitalisierung und damit auf Innovationen und neue Partner wie Start-ups. Damit will man auch näher zum Kunden kommen. "Wir wollen innovativer werden und auch neue Kooperationen eingehen", sagte der designierte neue Wien-Energie-Chef Michael Strebl.

In der Wien Energie – die Wiener-Stadtwerke-Tochter ist für Vertrieb und Produktion zuständig – gebe es dafür gute Vorarbeiten und ein gutes Fundament. Dies soll verstärkt werden. Noch im Herbst werde ein Smart-Home-Produkt vorgestellt.

Für Strebl beschleunigt sich der Umbruch am Energiemarkt immer stärker. Der gestiegene Wettbewerb, neue Anbieter und Plattformen, sich verändernde Geschäftsmodelle und vor allem die Digitalisierung erforderten von den Energieversorgern eine erhöhte Veränderungsbereitschaft und mehr Nähe zum Kunden.

Die Digitalisierung werde auch die Energiewirtschaft verändern. Ziel sei es, den "Trend der Digitalisierung maximal für unsere Kunden und für Wien Energie zu nutzen", so der ab 1. Oktober amtierende neue Vorsitzende der Geschäftsführung der Wien Energie GmbH. Es gebe die traditionelle Zusammenarbeit in der Energiewirtschaft, aber "auch neue Geschäftsmöglichkeiten, Kooperationen und Start-ups sind für mich ein ganz wichtiges Thema".

Andere Anforderungen

Die Wien Energie wolle ihren Kunden spezifische Lösungen anbieten und sie damit auch überraschen, dabei sei die Digitalisierung eine Riesenchance. Die Kundenanforderungen würden künftig differenzierter, spezifischer und bunter sein. Es werde beispielsweise auch Kunden geben, die am Energiemarkt partizipieren und selber Strom erzeugen wollten. Auch die Trennung nach traditionellen Energieträgern sieht Strebl aufbrechen: In Stadtentwicklungsgebieten beispielsweise könnte beim Heizen die Wärmepumpe, Fernwärme, Gas, Solarthermie zum Zug kommen. Entscheidend seien die Kundenbedürfnisse, "da gibt es keine Allheilmittel und keine Patentrezepte". Die Kundenzahl der Wien Energie sei mit rund 2 Millionen bei Strom, Erdgas und Fernwärme auf einem konstant hohen Niveau.

Der Ausbau der erneuerbaren Energie soll weiter fortgesetzt werden. Die Bürgerbeteiligungsmodelle mit Anteilen an Solar- und Windkraftwerken sind für Strebl auch ein Beispiel für mehr Kundennähe.

Mehr Umsatz und Gewinn

Die Wien Energie GmbH hat im ersten Halbjahr ein Umsatzplus und deutlich mehr Gewinn erzielt. Die Stromerzeugung stieg um 16 Prozent. Der Absatz von Strom, Gas und Wärme ist leicht gesunken. Der Umsatz der für Produktion und Vertrieb zuständigen Wien Energie GmbH ist in den ersten sechs Monaten gegenüber dem Vorjahreszeitraum um 13,2 Prozent auf 1,1 Mrd. Euro gestiegen. Das Ergebnis vor Steuern (EBT) erhöhte sich um 26 Prozent auf 106,5 Mio. Euro, der Konzernjahresüberschuss um 25,4 Prozent auf 105,2 Mio. Euro.

Die Stromerzeugung stieg um 16 Prozent auf 2.873 Gigawattstunden (GWh). Der Erneuerbaren-Anteil blieb mit 22 Prozent auf Vorjahresniveau. Grund dafür war, dass trotz der gestiegenen Produktion der Gaskraftwerke die Stromerzeugung aus Wind, Sonne, Wasser und Biomasse zugelegt hat. Gestiegen ist auch die Erzeugung aus Abfallverwertung durch den Vollbetrieb der Müllverbrennung Spittelau. Die Wärmeerzeugung stieg um 4 Prozent auf 2.945 GWh. (APA, 28.9.2016)

Share if you care.