Human Rights Watch: Ägypten misshandelt Gefangene

28. September 2016, 06:46
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Gefangenen leben ohne Bett und Hygieneartikel

Kairo – Die Menschenrechtsorganisation Human Rights Watch (HRW) hat die Haftbedingungen in einem berüchtigten ägyptischen Hochsicherheitsgefängnis scharf kritisiert. Insassen – darunter viele politische Gefangene – würden regelmäßig misshandelt und in der Anstalt mit dem Namen Skorpion unter unmenschlichen Bedingungen gehalten, teilte HRW am Mittwoch mit.

"Das Skorpion-Gefängnis sitzt am Ende der repressiven staatlichen Kette, um sicherzustellen, dass politische Gegner ohne Stimme und Hoffnung zurückgelassen werden", sagte der stellvertretende HRW-Chef für den Nahen Osten und Nordafrika, Joe Stork. Die Organisation sprach nach eigenen Angaben mit den Angehörigen von 20 Insassen. Demnach schlügen Mitarbeiter die Gefangenen, die ohne Bett und Hygieneartikel leben müssten. In einigen Fällen komme die Behandlung wahrscheinlich Folter gleich und verstoße gegen die internationalen Standards zur Behandlung von Inhaftierten.

Neben Aktivisten sitzen auch viele Angehörige der islamistischen Muslimbrüder in dem Hochsicherheitsgefängnis. Die autoritäre Regierung von Präsident Abdel Fattah al-Sisi bezeichnet deren Mitglieder und Sympathisanten – ob militant oder moderat – als Terroristen und verfolgt sie. (APA, 28.9.2016)

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