Griechenland: Flüchtlinge sollen Ägäisinseln verlassen

28. September 2016, 06:36
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Menschen sollen aufs Festland gebracht werden, um Inseln zu entlasten – Griechischer Vizeaußenminister macht EU-Staaten für Gewalt in griechischen Lagern mitverantwortlich

Berlin – Griechenland will Flüchtlinge nicht länger in den überfüllten Lagern auf den Ostägäis-Inseln festhalten. "Wir werden in Kürze damit beginnen, eine große Zahl an Migranten auf das Festland zu bringen, um die Inseln in der Ostägäis zu entlasten", sagte der stellvertretende griechische Außenminister Nikos Xydakis der gegenüber "Welt". "Das wird sehr gut organisiert sein und auf legale Weise durchgeführt werden." Xydakis kündigte an, die Menschen in "bewachten Räumlichkeiten" unterzubringen.

Der Flüchtlingspakt zwischen der Türkei und der EU sieht vor, dass die vor allem aus Syrien stammenden Menschen möglichst auf den griechischen Inseln bleiben, damit sie an einer Weiterreise gehindert und in die Türkei zurückgeschickt werden können. Für jeden Syrer, den die Türkei zurücknimmt, kann sie einen anderen Syrer auf legalem Weg in die EU schicken. Die EU hat sich bereiterklärt, über diesen sogenannten 1:1-Mechanismus bis zu 72.000 Syrer aufzunehmen.

Xydakis machte die EU-Länder für die Gewalt in den griechischen Flüchtlingslagern mitverantwortlich: "Die Brände und Unruhen in einigen Flüchtlingscamps auf den Inseln sind in gewisser Weise auch die Folge einer fehlenden Umverteilung von Flüchtlingen auf alle Mitgliedstaaten und der mangelnden Unterstützung durch die EU-Länder." (APA, 28.9.2016)

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