US-Präsidentschaftsduell: Journalisten mussten 200 Dollar für WLAN-Zugang zahlen

27. September 2016, 18:02
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Universität blockierte private Hotspots – teurer Internetzugang fiel zwischenzeitlich aus

Am frühen Dienstagmorgen (MEZ) wurde in den USA die erste TV-Debatte der beiden aussichtsreichsten Kandidaten für das Präsidentschaftsamt abgehalten. Die demokratische Bewerberin Hillary Clinton traf dabei auf ihren republikanischen Konkurrenten Donald Trump. Ort der Auseinandersetzung war die private Hofstra University in Long Island.

Schon vor Beginn des mit Spannung erwarteten, moderierten Streitgesprächs erlebten die anwesenden Journalisten eine böse Überraschung. Denn die Universität verlangte saftige Gebühren für Internetzugang. 375 Dollar wurden für einen Platz mit Ethernet-Anbindung fällig, 200 Dollar musste man für einen WLAN-Login für maximal fünf Geräte bezahlen.

Private Hotspots untersagt

Dem nicht genug, wurde auch ein Verbot von privaten Hotspots ausgesprochen. Es war also nicht erlaubt, sich mit dem Mobiltelefon einen drahtlosen Zugangspunkt einzurichten, um mit diesem ins Netz zu kommen. Die Einhaltung wurde von Universitätsmitarbeiter mit einem eigenen Scanner überwacht, bei Verstößen drohte Rauswurf, berichtet Ars Technica.

Das Vorgehen sorgte für Kritik, zumal sich dieses Regelwerk nur durch umgehen ließ, in dem man sein Handy per Kabelverbindung oder Bluetoothkopplung mit dem Laptop für Internetverbindungen nutzen konnte. Wer diese Option nicht hatte und schon während der Debatte berichten musste, war praktisch gezwungen, den kostenpflichtigen Service der Hofstra University in Anspruch zu nehmen.

Und dieser schien dem Bedarf allerdings nicht immer gewachsen zu sein. Rund eine Stunde vor Beginn der Debatte meldete Wired-Journalistin Emily Dreyfuss, dass das Netz zusammengebrochen sei.

Möglicher Verstoß

Das Vorgehen der Universität könnte zudem ein Verstoß gegen das Regelwerk der FCC sein. Der Regulator hatte 2014 die Hotelkette Marriott mit einer Strafe von 600.000 Dollar belegt, da an deren Standort in Nashville (Tennessee) private Hotspots von Gästen blockiert wurden. Die Maßnahme hatte Marriott damals erfolglos damit begründet, dass man durch diese Blockade die Sicherheit des eigenen Drahtlosnetzwerks besser gewährleisten könne

Die Auseinandersetzung der beiden Kontrahenten verlief derweil ohne Zwischenfälle. Die meisten Beobachter sahen am Ende Hillary Clinton als klare Gewinnerin des Duells. (gpi, 27.09.2016)

  • Das erste TV-Duell ging nach Ansicht der meisten Beobachter an Hillary Clinton.
    foto: apa/afp/jewel samad

    Das erste TV-Duell ging nach Ansicht der meisten Beobachter an Hillary Clinton.

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