300 Asylwerber in Kärntner Fußballvereinen

27. September 2016, 13:30
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Kärntner Fußballverband führte spezielle Sichtungstrainings durch

Klagenfurt – Der Kärntner Fußballverband (KFV) hat am Dienstag die Details eines Integrationsprojekts für fußballbegeisterte Asylwerber präsentiert. Insgesamt seien rund 300 Asylwerber in Kärntner Fußballvereinen, von der U12 bis in die Erwachsenen-Mannschaften, aktiv, sagte KFV-Präsident Klaus Mitterdorfer vor Journalisten. Der Verband hat seit Sommer zehn Sichtungstrainings für Asylwerber durchgeführt.

180 der Asylwerber sind laut Mitterdorfer bereits in mehr als 30 Vereinen im Spielbetrieb aktiv beziehungsweise in der Anmeldungsphase. Die restlichen 120 sind auf andere Art in den Vereinen integriert oder warten noch auf eine Anmeldung. "Ein österreichweit in dieser Form einzigartiges Projekt", betonte Mitterdorfer. Bevor die Trainings stattfanden, hatte das Olympiazentrum Kärnten mit Fragebögen in den Asylquartieren erhoben, an welchen Sportarten die Asylwerber interessiert sind – mit dem Ergebnis, dass Fußball klar an erster Stelle lag. Für Mitterdorfer die perfekte Sportart, um Integration zu fördern: "Im Fußball spielen unterschiedliche Herkunft, Bildung, Kultur und Religion keine Rolle."

Stimmungsfragen

Von einem vorbildlichen Projekt sprach auch der Kärntner Landeshauptmann Peter Kaiser (SPÖ): "An einem Beispiel konnte man ganz gut sehen, wie Fußball bei der Integration hilft. Als in Weitensfeld im Gurktal ein Quartier für Asylwerber eröffnet wurde, war die Stimmung im Ort eher ablehnend. Heute besteht die Reservemannschaft des dortigen Sportvereins zu mehr als der Hälfte aus Bewohnern dieses Quartiers und auch die Stimmung in der Gemeinde hat sich gewandelt."

Neben dem Erlernen der Sprache und dem Knüpfen von Kontakten erfülle das Engagement in den Fußballvereinen aber noch einen großen Zweck, sagte Kaiser: "Wenn Asylwerber einen positiven Asylbescheid haben, so ziehen sie oft nach Wien, wo es schon Communitys gibt. Mit dem Sport geben wir ihnen aber einen Grund, hierzubleiben." Das bekräftigte auch Abdul Reza Ghaemi, der bei den Trainings als Dolmetscher im Einsatz war: "Ich bekomme begeisterte Rückmeldungen von den Spielern. Sie sind dankbar, dass sie jetzt eine Aufgabe und ein bisschen Abwechslung in ihrem Alltag haben."

Wie Mitterdorfer und Kaiser verkündeten, will man das Projekt nun fortsetzen: "Wir brauchen solche Initiativen dringend", sagte Kaiser. (APA, 27.9.2016)

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