Hautkrebs: Wirkstoffkombination könnte Immuntherapie verbessern

27. September 2016, 12:50
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Die Wirkung von Immuntherapien kann durch eine Kombination mit anderen Therapien verbessert werden. Aber auch das Ausmaß der Nebenwirkung wird dadurch größer

In Österreich erkranken offiziell pro Jahr etwa 1.500 Personen an einem invasiven Melanom, also an metastasierendem schwarzen Hautkrebs; wobei die Dunkelziffer laut Experten wesentlich höher sein dürfte. Durch den Einsatz der Immuntherapie konnten in den vergangenen Jahren die Erfolgsquoten im Vergleich zur herkömmlichen (Chemo-) Therapie deutlich erhöht werden. Dennoch sollen die Ergebnisse weiter verbessert werden.

Christoph Höller von der Universitätsklinik für Dermatologie und Venerologie der MedUni Wien und des AKH Wien sowie Mitglied des Comprehensive Cancer Center: "Neue Daten zeigen, dass 50 Prozent der Patienten mit einem metastasierten Melanom, die mit Immuntherapie behandelt werden, nach drei Jahren noch am Leben sind – und das bei guter Lebensqualität. Das heißt aber auch, dass sie bei 50 Prozent nicht oder nicht so gut wirkt. Wir sind daher auf der Suche nach neuen Wegen, um die Erfolgsquote noch weiter zu verbessern."

Der Weg der Wissenschafter führt in Richtung Substanzkombinationen. Das Update einer großen multizentrischen Studie zeigt: die Behandlung mit zwei Immun-Checkpoint-Inhibitoren, das sind die Wirkstoffe der neueren Immuntherapien, erhöht den Behandlungserfolg. Leider kommt es dabei aber auch zu stärkeren Nebenwirkungen wie schwere Müdigkeit, quälende Hautausschläge und Durchfall.

Zwei neue Studien

Höller: "Hier setzen unsere Konzepte an, die wir in den kommenden Jahren prüfen werden. Eine Studie ist gerade angelaufen. Wir prüfen eine neue Kombination zweier Immun-Checkpoint-Inhibitoren, der Antikörper gegen PD-1 und LAG-3. Die andere Studie, die kurz vor dem Start steht, untersucht, ob die Kombination des PD-1 Antikörpers mit einem speziell modifizierten Virus bessere Ergebnisse bringt."

PD-1 und LAG-3 sind Immuncheckpoint-Rezeptoren, also Proteine, die auf der Oberfläche von T-Zellen (weiße Blutzellen, die der Immunabwehr dienen) ausgebildet werden. Binden spezifische Signalstoffe an sie, wird die T-Zelle inaktiviert und somit die Aktivität des Immunsystems gebremst. Die eingesetzten Antikörper unterbinden diesen Signalweg, re-aktivieren die T-Zelle und lösen somit eine Immunreaktion aus, die sich gegen die Tumorzellen richtet.

Ziel der Studien ist es, die Behandlungserfolge zu verbessern und gleichzeitig die Nebenwirkungen zu senken oder sie besser kontrollieren zu können. Langfristig hofft man, damit die Erkrankung bei einem Großteil der Patienten zu heilen oder zumindest zu einer chronischen Krankheit zu machen. (red, 27.9.2016)

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