Im Zeichen der Proteste: Panthers unterliegen Vikings

Ansichtssache26. September 2016, 16:00
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Proteste gegen Polizeigewalt vor dem Stadion der Carolina Panthers in Charlotte – Siege für Denver Broncos und Seattle Seahawks in Week 3

Charlotte – Völlig überraschend verloren die Carolina Panthers vor heimischer Kulisse gegen die Minnesota Vikings 10:22. Dabei führten die Panthers nach dem ersten Viertel mit 10:0, dominierten das Spiel und waren zur Halbzeit noch 10:8 voran. Doch vor allem in der zweiten Halbzeit machte die Defense aus Minnesota Star-Quarterback Cam Newton das Leben schwer und lieferte eine starke Leistung ab. Für den Gastgeber ist es die zweite Pleite in der laufenden NFL-Saison, die erst drei Spieltage alt ist.

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Nach der 10:0-Führung der Panthers im ersten Viertel drehten die Vikings das Spiel: Defensive End Danielle Hunter rang Newton vor dessen Passversuch in der Endzone der Panthers nieder und landete einen Safety. In weiterer Folge sollte es nicht das Spiel von Carolinas Starting Quarterback werden. Der beste Spieler der Vorsaison (MVP) warf drei Interceptions, die Defense aus Minnesota holte ihn in Summe acht Mal von den Beinen (Sacks).

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Der Star der Panthers lief zwar einen Touchdown, zeigte sich aber nach dem Spiel zurecht kritisch: "Wir müssen besser sein." Den Vikings gelangen zwei Touchdowns. Für die Panthers war es die erste Niederlage im "Bank of America"-Stadion seit 16. November 2014, damals hatte Atlanta 19:17 gewonnen. "Wir wurden geschlagen, weil wir nicht das getan haben, was wir hätten tun müssen", sagte Coach Ron Rivera nach der Pleite.

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Das Spiel zwischen den Panthers und den Vikings wurde als "extraordinary event", als außergewöhnliches Ereignis eingestuft. In der Vorwoche hatten Polizisten den Afroamerikaner Keith Lamont Scott in Charlotte erschossen. Es ist der jüngste Fall von Polizeigewalt gegen Farbige in den USA. Seither erlebt die Hauptstadt des US-Bundesstaates North Carolina Unruhen, es gibt nächtliche Ausschreitungen, der Ausnahmezustand wurde verhängt.

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Durch den Status als "extraordinary event" hatte die Polizei etwa mehr Spielraum, um Personen zu durchsuchen. Vor dem Spiel gab es Gerüchte, dass Demonstranten die Busse beider Teams daran hindern wollten, zur Arena zu gelangen. Die Panthers hatten vor der Begegnung sogar nachgedacht, das Heimspiel in ein anderes Stadion zu verlegen. Tatsächlich kamen am Sonntag rund Hundert Demonstranten zum "Bank of America"-Stadion.

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Die Menschen skandierten "Black Lives Matter" und "No justice, no peace", forderten auf Schildern einen gesellschaftlichen Wandel. Auch die Spieler der Panthers setzten Zeichen: Newton etwa trug beim Aufwärmen ein T-Shirt mit der Aufschrift "Injustice anywhere is a threat to justice everywhere", ein Zitat von Martin Luther King. Und Safety Marcus Ball streckte bei der US-Hymne seine Faust in die Luft.

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Die Demonstranten, die nach dem Ankick im Stadion weiter gezogen sind, gingen in Anlehnung an Quarterback Colin Kaepernick in die Knie. der Quarterback der San Francisco 49ers protestiert seit Wochen, indem er niederkniet, sobald die Nationalhymne vor den Spielen erklingt.

Siege für Broncos und Seahawks

Während in Charlotte um Mitternacht die Ausgangssperre aufgehoben wurde, liefen die Spiele in anderen US-Städten ruhig ab. In Cincinnati im Bundesstaat Ohio feierten die Denver Broncos ihren dritten Erfolg im dritten Spiel und ist damit eines von fünf Teams, das in der jungen Saison noch ungeschlagen ist – neben den Vikings zählen die New England Patriots, die Baltimore Ravens und die Philadelphia Eagles zu diesem Kreis.

In Seattle siegten die Seahawks mit 37:18 gegen die San Francisco 49ers. Quarterback Russell Wilson zog sich im Spiel eine Knieverletzung zu, die aber nicht allzu ernst sein soll. Weitere Untersuchungen sollen folgen. (siu, sid 26.9.2016)

Ergebnisse Week 3:

Donnerstag, 22.9.:

New England Patriots – Houston Texans 27:0

Sonntag, 25.9.:

Buffalo Bills – Arizona Cardinals 33:18
Tennessee Titans – Oakland Raiders 10:17
New York Giants – Washington Redskins 27:29
Cleveland Browns – Miami Dolphins 24:30 n.V.
Jacksonville Jaguars – Baltimore Ravens 17:19
Green Bay Packers – Detroit Lions 34:27
Cincinnati Bengals – Denver Broncos 17:29
Carolina Panthers – Minnesota Vikings 10:22
Tampa Bay Buccaneers – Los Angeles Rams 32:37
Seattle Seahawks – San Francisco 49ers 37:18
Kansas City Chiefs – New York Jets 24:3
Indianapolis Colts – San Diego Chargers 26:22
Philadelphia Eagles – Pittsburgh Steelers 34:3
Dallas Cowboys – Chicago Bears 31:17

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