Alzheimer: Insulin und Gedächtnis

26. September 2016, 11:39
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Bei der Erforschung von Alzheimer haben Forscherinnen in Heidelberg die Insulinrezeptoren im Visier – Ganglioside könnten ein Ansatz für Medikamente werden.

Wenn es um die Erforschung von Alzheimer geht, gibt es eine ganze Reihe von Forschungsansätzen. Am deutschen Krebsforschungszentrum in Heidelberg hat Viola Nordström die Zelloberfläche von Nervenzellen im Visier. Konkret die Insulinrezeptoren.

Sie sind eine Art von Antennen, die Insulinsignale von außerhalb der Zelle aufnehmen und die Zelle dadurch am Leben erhalten. Diese Übertragung des Insulinsignals in die Zellen ist von zentraler Bedeutung für Gedächtnis und Erinnerung.

Bei der Alzheimer-Krankheit lagern sich die Alzheimer-typischen Amyloid-Oligomere (Vorstufen der Alzheimer-Plaques) im Gehirn ab und stören dabei auch die Wirkung des Insulins auf die Nervenzellen. So tragen die Amyloid-Ablagerungen zum Absterben der Nervenzellen bei.

Mit Wirkstoff gegensteuern

Durch eine Veränderung der Zelloberfläche ist es Viola Nordström, Silke Herzer und ihrem Team aus der Abteilung Zelluläre und Molekulare Pathologie gelungen, diesen Mechanismus auszuhebeln. Die Wissenschaftlerinnen setzten einen Wirkstoff ein, der die Entstehung von Gangliosiden hemmt. Bei Gangliosiden handelt es sich um Fette, die einen starken Einfluss auf den Zellstoffwechsel nehmen.

Durch ihre Verringerung bleiben die Zellen vor Alzheimer-Oligomeren verschont und das Insulinsignal erreicht weiter die Nervenzellen. Diese Ergebnisse zeigten sich bereits im Zellkulturmodell und konnten jetzt im Alzheimer-Mausmodell bestätigt werden. Im nächsten Schritt soll der Mechanismus nun weiter erforscht werden. So könnten aus dieser Grundlagenforschung auch neue Ansätze für die Therapie der Alzheimer-Krankheit entstehen. (idw/red, 26.9.2016)

Originalpublikation:

Lipid microdomain modification sustains neuronal viability in models of Alzheimer’s disease

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