"The Whitney Houston Show" mit Belinda Davids im Konzerthaus

25. September 2016, 17:08
5 Postings

Ein musikalischer Gedenkgottesdienst für die 2012 tragisch zu Tode gekommene Diva

Wien – Es war einmal in einer fernen Zeit, als Endgeräte mobiler Telefonie noch ziegelschwer und das Internet in außerwissenschaftlichen Kreisen bestenfalls ein Gerücht war. Damals, Ende der 1980er-Jahre, gab es aber immerhin schon Popstars. Und was für welche! Ein Triummulierat schwang sich auf, für lange Zeit die Regentschaft im Balladenbereich zu übernehmen: Mariah Carey, Céline Dion und Whitney Houston.

Prima inter pares war natürlich die Erstgeborene, Houston; nach einem Übermaß an Erfolgen und anderem kam die US-Amerikanerin 2012 auf tragische Weise zu Tode. Im Rahmen der Whitney Houston Show wurde am Samstag der populären Sängerin gedacht, Belinda Davids interpretierte Houstons bekannteste Songs im Wiener Konzerthaus noch einmal.

Und da gibt es ja doch ein paar. Die Südafrikanerin eröffnete mit I'm Every Woman, begleitet von einer fünfköpfigen Band, zwei Background-Sängerinnen, vier wirbelnden Tänzerinnen und Tänzern und einer kleinen Lichtshow: alles sympathisch basicmäßig, aber professionell. Davids setzte mit Didn't We Almost Have It All und Run To You in beeindruckender Weise ihr Whitney-Houston-Ähnlichkeitssingen fort: Timbre und blumiger Interpretationsstil, alles wie bei der Pathos-Queen. (Anstelle der schlichten melodischen Linie trat bei Houston, Dion & Carey gern üppig wucherndes vokales Rankenwerk, die drei großen Girlandenflechterinnen trällerten gern "außen um ein Lied herum", wie Popmann Andi Knoll es einmal so treffend beschrieb.)

Unerbittlich sang sich Davids ohne nennenswerte Zwischenmoderationen zweieinhalb Stunden durch Houstons ehemaliges Repertoire, einmal, bei I Have Nothing, sogar kostümgleich und gestensynchron mit Houston, die auf der Videowall zu sehen war: Spätestens hier wurde die Veranstaltung zum musikalischen Gedenkgottesdienst für die Diva.

Das Publikum im Großen Saal reagierte auf die Überdosis Houston ekstatisch und erklatschte sich mit I Will Always Love You die erste von zwei Zugaben. Möge sie in Frieden ruhen. (Stefan Ender, 26.9.2016)

Share if you care.