Daten als "Bezahlung": Haftung für falsche Google Maps-Angaben?

25. September 2016, 12:52
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Juristen diskutieren, was eine rechtliche Einstufung von Daten als Währung bedeuten könnte

Facebook, Snapchat, WhatsApp, Google: Die wichtigsten Internetanwendungen und Apps sind momentan kostenlos verfügbar – insofern man "Geld" als einzige Währung heranzieht. Allerdings bezahlen Nutzer natürlich für diese Services, und zwar mit ihren Daten. Jetzt verschärft sich die Diskussion darüber, wie man diese Form der Transaktion auch juristisch fassen kann. Wie die FAZ berichtet, gab es dazu etwa am 71. Deutschen Juristentag in Essen heftige Debatten. Experten schlugen dort vor, dass auch die Bezahlung mit Daten einen Vertrag "entgeltlich" machen soll.

Gravierende Konsequenzen

Das hätte in der Rechtssprechung wohl gravierende Konsequenzen. Denn dann könnten Nutzer, die ja für das Produkt bezahlt haben, Haftungsansprüche stellen – etwa dann, wenn Google Maps sie in die Irre geführt hat. Aber auch für die Nutzung von Diensten durch Jugendliche würde die Neueinstufung Änderungen bedeuten. Eltern müssten dann bestätigen, dass diese Facebook nutzen, da es sich hierbei um einen "dauerhaften Vertrag" handelt.

Geld oder Daten

Vermutlich dürfte es nun nicht lange dauern, bis sich die Diskussion auch die Politik erreicht. Der deutsche Juristentag gilt als einflussreich, er liefert alle zwei Jahre Vorschläge für neue Initiativen an die deutsche Bundesregierung. Der Hamburger Justizminister Till Steffen von den Grünen fordert laut FAZ schon jetzt, dass Nutzer sich entscheiden können, ob sie Facebook mit Daten oder Geld bezahlen. (red, 25.9.2016)

  • Wenn Google Maps nicht kostenlos, sondern "entgeltlich" wäre, könnten etwa Haftungsansprüche für Fehler entstehen
    foto: reuters/hong ji

    Wenn Google Maps nicht kostenlos, sondern "entgeltlich" wäre, könnten etwa Haftungsansprüche für Fehler entstehen

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