Sturm bestätigt Tabellenführung mit Alar-Doppelpack

24. September 2016, 20:25
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Siebenter Sieg im neunten Spiel: Grazer leisten sich auch gegen Wolfsberg keinen Fehltritt

Graz – Sturm Graz steht nach dem ersten Viertel der Fußball-Bundesliga doch überraschend an der Spitze. Die Steirer feierten am Samstag in der neunten Runde in der Merkur Arena gegen den WAC einen 3:0-Erfolg und erhöhten ihr Punktekonto mit dem siebenten Saisonsieg auf bereits 22 Zähler. Der Abstand auf Verfolger Red Bull Salzburg konnte vorerst auf fünf Punkte ausgebaut werden.

Der Titelverteidiger gastiert am Sonntag beim Vierten Altach. Eine extrem effiziente Sturm-Mannschaft erhöhte die ungeschlagene Serie auf mittlerweile sieben Partien, feierte dabei sechs Siege. Zu Hause sind die Grazer schon elf Spiele ohne Niederlage. Zum Matchwinner avancierte einmal mehr Deni Alar. Der Ex-Rapidler jubelte bereits vor der Pause über seine Saisontore acht (38.) und neun (41.) und baute seine Führung in der Liga-Schützenliste aus. Für den Schlusspunkt sorgte Bright Edomwonyi (88.).

Für die Gäste aus dem Lavanttal wäre deutlich mehr möglich gewesen, auch drei Aluminiumtreffer verhinderten aber einen Torerfolg. Die Truppe von Trainer Heimo Pfeifenberger muss jetzt vorerst einmal nach hinten blicken, der Abstand des auswärts weiter sieglosen Siebenten auf Schlusslicht Mattersburg beträgt nur noch vier Zähler. In den jüngsten drei Spielen gab es nur einen Punktgewinn.

Treffer entgegen dem Spielverlauf

Die ersten beiden Treffer fielen vor 12.768 Zuschauern entgegen dem Spielverlauf. Die Kärntner hielten nicht nur kämpferisch, sondern auch spielerisch voll dagegen und hatten in den ersten fast 40 Minuten auch die besseren Momente. Sturm stand auch das nötige Glück zur Seite, eine Wernitznig-Flanke wurde von Christian Schulz bei einem Klärungsversuch in höchster Not an die Latte gelenkt (11.). Mit Ausnahme einer Kopfballchance von Alar (12.) waren die Kärntner gefährlicher. Philipp Prosenik setzte einen Kopfball daneben (15.) und konnte Sturm-Goalie Christian Gratzei mit einem Schuss aus spitzem Winkel nicht bezwingen (20.).

Die Grazer enttäuschten über weite Strecken, legten aus dem Nichts heraus aber trotzdem den Grundstein für den Sieg. Nach einer Energieleistung von Stefan Hierländer und Ideal-Zuspiel von Marc-Andre Schmerböck vollendete Alar am Fünfer in Torjägermanier (38.). Drei Minuten später schnürte er seinen Doppelpack. Eine Huspek-Hereingabe konnte Michael Sollbauer nicht klären, und Alar traf platziert ins Eck. Schmerböck hätte für eine noch höhere Führung sorgen können, scheiterte aber an Alexander Kofler (44.).

Sturm hatte somit nach dem Seitenwechsel alle Trümpfe in der Hand und begnügte sich in erster Linie damit das Ergebnis zu verwalten. Das gelang auch deshalb, da ein Kopfballtor von Boris Hüttenbrenner zurecht von Schiedsrichter Christopher Jäger nicht anerkannt wurde (57.) und bei weiteren Kopfbällen von Jacobo (66.) und dem glücklosen Prosenik (80.) die Latte rettete. Bei einem Hellquist-Kopfball zeigte Gratzei eine gute Parade (82.).

Sturm lauerte ausschließlich auf Konter und konnte einen der wenig gut ausgespielten zum 3:0 nützen. "Joker" Edomwonyi holte sich am eigenen Strafraum den Ball und schloss einen 80-Meter-Lauf mustergültig ab (88.). Sturm kassierte wie in der gesamten vergangenen Saison keinen Gegentreffer im Duell mit den Kärntnern. (APA, 24.9.2016)

Fußball-Bundesliga (9. Runde):
SK Sturm Graz – WAC 3:0 (2:0)
Graz, Merkur Arena, 12.768, SR Jäger.

Tore:
1:0 (38.) Alar
2:0 (41.) Alar
3:0 (88.) Edomwonyi

Sturm: Gratzei – F. Koch, Spendlhofer, Schulz, Lykogiannis – Jeggo, Matic – P. Huspek (66. Dobras), Hierländer (84. Schoissengeyr), Schmerböck – Alar (81. Edomwonyi)

WAC: A. Kofler – Standfest, Sollbauer, Rnic, Klem – G. Nutz, Hüttenbrenner, Tschernegg (64. Jacobo), Wernitznig (68. Hellquist) – Sanogo, Prosenik (90. Palla)

Gelbe Karten: Lykogiannis bzw. Keine

Franco Foda (Sturm-Graz-Trainer): "Wir haben schwer ins Spiel gefunden, es hat gewissermaßen die Lockerheit gefehlt. Wir waren auch nicht so frisch und dynamisch wie sonst. Von der 30. bis zur 45. Minute war unsere beste Phase, da haben wir auch zwei Tore erzielt. So hätten wir über weite Strecken spielen müssen. Der WAC hat dann alles riskiert und war bei Flanken über die Flügel sehr gefährlich. Wir haben eine der wenigen Kontersituationen zum 3:0 genützt. Es ist sehr wichtig, solche Spiele zu gewinnen."

Heimo Pfeifenberger (WAC-Trainer): "Gratulation an Sturm zum Sieg und der Tabellenführung. Wir haben als klar bessere Mannschaft eine 0:3-Packung bekommen. Der Gesamtauftritt meiner Mannschaft war sehr gut, so stelle ich mir das auswärts vor, nur mit einem anderen Ergebnis. Wenn man die drei Tore wegrechnet, war es unsere beste Saisonleistung. Gegen eine Mannschaft wie Sturm, die einen Lauf hat, waren aber die drei Fehler zu viel. Hätten wir länger die Null gehalten, hätten wir die Partie für uns entscheiden können."

Deni Alar (Sturm-Graz-Doppel-Torschütze): "Es war ein dreckiger Sieg. Der WAC hatte sehr gute Chancen, spielerisch war es nicht unbedingt ein gutes Spiel von uns. Nach den zwei Toren waren wir in der zweiten Hälfte wieder zu passiv. Wichtig ist es, von Spiel zu Spiel und Woche zu Woche zu schauen. Ich mache nichts anderes als in den Jahren zuvor."

  • Sturm Graz voll auf Schiene.
    foto: apa/oczeret

    Sturm Graz voll auf Schiene.

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