Admira kontert Austria im Happel aus

24. September 2016, 20:19
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Niederösterreicher holen sich überraschend drei Punkte – Torhüter Almer leistet sich folgenschweren Patzer

Wien – Die Wiener Austria hat es am Samstag in der neunten Runde der Fußball-Bundesliga verabsäumt, Selbstvertrauen für das Europa-League-Spiel gegen Viktoria Pilsen am Donnerstag zu tanken. Die Wiener unterlagen der Admira zu Hause im Ernst-Happel-Stadion überraschend 1:2 (1:1). Die Südstädter punkteten damit nach drei Debakeln in der Liga erstmals wieder voll.

Den Siegtreffer vor 5.910 Zuschauern, unter anderem Bundeskanzler Christian Kern, erzielte Christoph Monschein nach schwerem Fehler von Teamtormann Robert Almer (63.). Maximilian Sax hatte die Gäste zuvor früh in Führung gebracht (13.). Ismael Tajouri gelang nur der zwischenzeitliche Ausgleich für die Wiener.

Der Austria gelang es damit auch im neunten Meisterschafts-Anlauf nicht, hinten zu null zu spielen. Sax machte diesen Versuch mit einem Schupfer an Almer vorbei mit dem ersten Abschluss der Südstädter zunichte. Dem Führungstor war ein mustergültiger Konter der Gäste und ein grober Stellungsfehler in der Hintermannschaft der Austria vorangegangen.

Dabei waren es die Wiener, die besser ins Spiel gefunden hatten. Kevin Friesenbichler prüfte Andreas Leitner, der den Vorzug im Tor der Admira gegenüber Manuel Kuttin erhielt, mit einem platzierten Kopfball bereits in der vierten Minute. Der Schlussmann der Admira lenkte den Ball mit einiger Mühe an die Latte und verhinderte so den Traumstart der Wiener, die in weiterer Folge zahlreiche, jedoch ungefährliche Abschlüsse verzeichneten.

Almer auf Irrwegen

Die Admiraner versuchten ihr Glück vor allem in Konterangriffen über die schwache linke Abwehrseite der Gastgeber, spielten ihre wenigen Möglichkeiten nach dem Tor jedoch nicht zu Ende. Den Ausgleich verdankten die Wiener ihren beiden besten Spielern. Der Brasilianer Lucas Venuto tankte sich auf dem rechten Flügel energisch durch und bediente mit einer scharfen Hereingabe Tajouri ideal.

Nach Seitenwechsel änderte sich am Spielgeschehen wenig. Die "Veilchen" setzten die Niederösterreicher vor allem mit forciertem Flügelspiel unter Druck. Tajouri prüfte Leitner mit einer Mischung aus Schuss und Flanke, der 22-jährige Goalie parierte jedoch bravourös (50.). Die Austria blieb jedoch weiter für Konterangriffe anfällig. Nach einer völlig missglückten Holzhauser-Ecke hätte Lackner bereits die erneute Führung erzielen können, er legte sich den Ball jedoch zu weit an Teamtormann Robert Almer vorbei (59.)

Nur wenig später stand der Austria-Kapitän im Fokus. Nach einem weiten Abschlag der Gäste eilte Almer weit aus seinem Tor heraus. Sein Abwehrversuch 25 Meter vor dem eigenen Tor prallte an Monschein ab, der in weiterer Folge alleine auf das Tor zulaufend problemlos zum 2:1 einschieben konnte (63.). Die Austria probierte alles, um den Ausgleich zu erzielen, aber sowohl Petar Filipovic (74./ nach Tajouri-Freistoß) als auch der eingewechselte Olarenwaju Kayode (81./ alleine vor Leitner) vergaben aussichtsreiche Möglichkeiten. (APA, 24.9.2016)

Bundesliga (9. Runde):
FK Austria Wien – FC Admira Wacker Mödling 1:2 (1:1)
Wien, Ernst Happel Stadion, 5.910, SR Heiß.

Tore:
0:1 (13.) Sax
1:1 (36.) Tajouri
1:2 (63.) Monschein

Austria: Almer – Larsen, Rotpuller, Filipovic, Salamon – Serbest (86. Kvasina), Holzhauser (66. Kayode) – Tajouri (78. Pires), Grünwald, Venuto – Friesenbichler

Admira: Leitner – Zwierschitz, Lackner, Wostry, Wessely – Ebner, Toth – Sax, Knasmüllner (85. Strauss), Starkl (61. Bajrami) – Monschein (71. Schmidt)

Gelbe Karten: Rotpuller, Friesenbichler bzw. Wessely, Leitner

Thorsten Fink (Austria-Trainer): "Ich sehe es auch so, dass wir spielerisch ein gutes Spiel gemacht haben, aber im Abschluss nicht energisch waren. Fußballerisch und vom Fighten her war es gut. Natürlich fehlen uns die Punkte, weil es heute möglich war, das Spiel zu gewinnen. Wir müssen unsere Fehler abstellen. Ich kann auch nicht sagen, dass die Abwehrleistung schlecht war, sondern wir individuell Fehler gemacht haben. Der erste Konter darf uns natürlich nicht passieren. Wir müssen weiter arbeiten."

Oliver Lederer (Admira-Trainer): "Für uns war es ein sehr wichtiger Sieg am heutigen Tag. Ich denke, wenn man das Spiel gesehen hat, kann man zu dem Schluss kommen, dass nicht unbedingt die bessere Mannschaft als Sieger vom Platz gegangen ist. Wir haben alles in die Waagschale geworfen. Die Verunsicherung ist noch immer zu spüren. Im Umschaltspiel waren wir heute richtig gefährlich. Aus dem Grund freuen wir uns, wissen aber, dass noch viel Arbeit auf uns wartet."

  • 32 Prozent Ballbesitz und trotzdem Sieger: FC Admira Wacker Mödling.
    foto: apa/neubauer

    32 Prozent Ballbesitz und trotzdem Sieger: FC Admira Wacker Mödling.

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