Moody's senkt Kreditwürdigkeit der Türkei auf Ramschniveau

24. September 2016, 08:44
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Die Ratingagentur nennt den Rückgang der Touristenzahlen, die vermehrten Terroranschläge und die politischen Turbulenzen als Grund für den Schritt

Washington – Die US-Ratingagentur Moody's hat die Kreditwürdigkeit der Türkei auf Ramschniveau herabgestuft. Die Finanzen des Landes hätten sich angesichts der politischen Turbulenzen verschlechtert, erklärte Moody's am Freitag und senkte die Bonitätsnote um eine Stufe auf Ba1. Die Reaktion der türkischen Regierung auf den Umsturzversuch behindere die erwarteten Reformen und die Rechtsstaatlichkeit.

Die Türkei bewege sich weiterhin in einem fragilen finanziellen und geopolitischen Umfeld, erklärte die Ratingagentur. Ihre äußere Verletzbarkeit habe zugenommen, sowohl in den vergangenen zwei Jahren als auch in jüngster Zeit wegen unvorhersehbarer politischer Entwicklungen.

Starker Rückgang des Tourismus

Moody's verwies auf den starken Rückgang der Tourismuseinnahmen infolge eines russischen Embargos und zunehmender Anschläge in der Türkei. Dies habe die Zahlungsbilanz geschwächt. Der Tourismus macht 4,4 Prozent der Wirtschaftsleistung des Landes aus.

Gleichzeitig seien die Auslandsschulden von Regierung, Unternehmen und Bankensektor gestiegen, in diesem Jahr seien noch Zahlungen in der Höhe von rund 159 Milliarden Dollar (141,79 Milliarden Euro) fällig, erklärte Moody's weiter. Diesem hohen Finanzierungsbedarf stünden plötzliche Schwankungen des Vertrauens der Investoren gegenüber, das in den vergangenen 18 Monaten "schwach und unbeständig" gewesen sei.

Die Türkei scheine den Putschversuch im Juli in finanzieller Hinsicht zwar gut überstanden zu haben, erklärte Moody's. Die Gefahr einer Zahlungsbilanzkrise sei aber wegen des erhöhten Finanzierungsbedarfs, höherer innenpolitischer Risiken und der anhaltenden geopolitischen Bedrohungen gestiegen.

AAA für Deutschland

Für Deutschland behält die Ratingagentur Fitch ihr Spitzenrating "AAA" bei. Die bestmögliche Einstufung spiegle Deutschlands starke Finanzinstitutionen und die breit aufgestellte, von hoher Wertschöpfung geprägte Wirtschaft wider, teilte die Agentur am Freitagabend mit.

Zudem hieß es, der Ausblick für Deutschland sei stabil. Für das laufende Jahr sagte Fitch für Deutschland ein Wirtschaftswachstum von 1,7 Prozent voraus, für 2017 und 2018 von je 1,4 Prozent. Die vielen Flüchtlinge, die Deutschland aufgenommen habe, würden einen leicht positiven Einfluss auf das Wirtschaftswachstum haben, hieß es zudem. Es werde aber Zeit brauchen, um die Migranten in den Arbeitsmarkt zu integrieren.

Positive Aussichten in Slowenien

Die Bonität Sloweniens hat Fitch hochgestuft. Die langfristigen Verbindlichkeiten des Eurolandes würden nun mit "A-" nach zuvor "BBB+" bewertet, teilte die Agentur am Freitag mit. Der Ausblick sei stabil. Fitch gehe davon aus, dass die Verschuldung Sloweniens in diesem Jahr sinken werde. Zudem dürfte das Staatsdefizit schrumpfen.

Slowenien war vor einigen Jahren als Kandidat für den Euro-Rettungsschirm gehandelt worden. Besonders schwer zu schaffen machte dem Land damals der Bankensektor. Slowenien ist seit 2007 Teil der Eurozone. (APA, 24.9.2016)

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