Wirbel um Studie: Unicredit sollte Bank Austria verkaufen

24. September 2016, 09:00
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Geht es nach einer Studie der Investmentbank Mediobanca, sollte Unicredit die Bank Austria verkaufen

Mailand – Bis der neue Geschäftsplan der Unicredit steht – angeblich "ein paar Wochen" nach der Bekanntgabe der Quartalsergebnisse am 8. November -, dürften die Spekulationen um die Bank-Austria-Mutter anhalten.

Für Aufsehen sorgte zuletzt ein 90-seitiger Report der italienischen Investmentbank Mediobanca, deren Analysten zum Verkauf der Wiener Bank Austria raten. Selbiger würde sich positiv auf die Kernkapitalquote CET 1 auswirken und dem etwaigen Verkauf anderer Beteiligungen – wie etwa der restlichen Teile am Online-Broker Fineco – vorzuziehen sein, heißt es in dem Bericht.

Unicredit-Chef Jean-Pierre Mustier hat nach seinem Antritt im Juli zehn Prozent der Fineco-Anteile verkauft. Angeblich soll sich auch Banca Generali dafür interessieren, die bereits Goldman Sachs als Berater engagiert habe.

Gemeinsam mit der Rationalisierung des Retailgeschäfts der Münchner Unicredit-Tochter HVB, dem Verkauf von Bank Austria und dem Kostenabbau im Italien-Geschäft könnte die Kernkapitalquote CET 1 um 210 Basispunkte zunehmen. Laut Report könnte der Unicredit-Kapitalbedarf damit und mit dem wahrscheinlichen Verkauf der polnischen Pekao Bank und des Vermögensverwalters Pioneer Investment auf sechs statt der noch vor kurzem genannten zehn Milliarden Euro sinken.

Drei Favoriten für Pioneer-Kauf

Die Analysten der Mediobanca haben Anfang dieser Woche die Unicredit-Akte von "Neutral" auf "Outperform" hochgestuft und das Kursziel auf 4,40 Euro angehoben – ausgehend vom aktuellen Niveau entspricht das einem Kurspotenzial von mehr als 112 Prozent. Der Gewinn pro Aktie soll sich von 28 Cent im Jahr 2015 auf 56 Cent 2018 verdoppeln.

Unterdessen kristallisieren sich bei der zum Verkauf stehenden Pioneer drei Übernahme-Favoriten heraus. Seitens informierter Kreise heißt es, dass die französische Kapitalanlagegesellschaft Amundi, der italienische Versicherungskonzern Assicurazioni Generali und ein Konsortium mit Beteiligung von Poste Italiane die aussichtsreichsten Kandidaten im Übernahmepoker seien. Unicredit will mit dem Verkauf mindestens drei Milliarden Euro erlösen. (tkb/red, 24.9.2016)

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