Westbahnstrecke zwischen Wien und St. Pölten blockiert

23. September 2016, 18:06
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ICE überfuhr verlorene Tür eines russischen Zugs und blieb nahe Bahnhof Tullnerfeld in Tunnel stecken – Alle 287 Passagiere evakuiert

St. Pölten/Tulln – Die Westbahnstrecke im Abschnitt Wien – St. Pölten ist seit Freitagnachmittag blockiert. Ein ICE mit 287 Passagieren an Bord hatte in einem Tunnel nahe des Bahnhofs Tullnerfeld eine von einem anderen Zug verlorene Tür überfahren und war steckengeblieben, teilte ÖBB-Sprecher Christopher Seif mit. Die Fahrgäste mussten mit Unterstützung der Feuerwehr evakuiert werden. Die Aktion hat laut Feuerwehrsprecher Franz Resperger vom Landeskommando NÖ etwa 45 Minuten gedauert und war kurz nach 16 Uhr abgeschlossen. Sechs Feuerwehren waren mit 70 Mann ausgerückt. Verletzt wurde niemand.

Seif zufolge hatte ein russischer Zug auf dem Weg von Moskau nach Nizza im 3,3 Kilometer langen Stierschweiffeldtunnel nahe der Ortschaft Rassing, Teil der Tunnelkette Perschling auf der Westbahn-Neubaustrecke, eine Tür verloren. Der nachfolgende ICE 90 (Wien – Hamburg) überfuhr das Hindernis, das sich im Drehgestell verfangen haben dürfte, und wurde gestoppt.

Feuerwehreinsatz

Vor der Evakuierung, die nicht über die Portale, sondern über den Notausstieg 4 des Stierschweiffeldtunnels erfolgte, musste der Strom abgeschaltet werden, teilte Resperger mit. Es habe keine Panik gebeben, die Passagiere hätten allen Anordnungen der Einsatzkräfte Folge geleistet und seien über etwa 300 Stufen ins Freie gelangt. Die Passagiere wurden in der Folge mit Autobussen nach St. Pölten gebracht.

Züge, die zum Zeitpunkt des Zwischenfalls gegen 13.15 Uhr unterwegs waren, wurden dem ÖBB-Sprecher zufolge über Herzogenburg in die NÖ Landeshauptstadt umgeleitet. Weitere Garnituren mussten während der Unterbrechung über die Altbaustrecke und somit über Rekawinkel und Neulengbach fahren.

Die Bergung des ICE soll mit einem Hilfszug erfolgen, sagte ÖBB-Sprecher Christopher Seif. Die Garnitur werde dann nach St. Pölten gebracht. Eine Freigabe der Westbahn-Neubaustrecke für den Verkehr noch in den Abendstunden des Freitags schien nicht ausgeschlossen.

Seif begründete dies damit, dass der ICE, der eine verlorene Tür eines anderen Zuges überfahren hatte, nicht entgleist sei. Daher bestünde die Hoffnung, dass die Infrastruktur (Schienen, Oberbau, Tunnel selbst) keinen Schaden genommen habe. Diesbezügliche Überprüfungen standen vor einer Freigabe der Strecke freilich noch an. entstanden sei. (red, APA, 23.9.2016)

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