Martha Grimes' "Inspektor Jury und die Frau in Rot": Schwindel auf der Treppe

25. September 2016, 09:00
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Ist die schöne Tess vor 17 Jahren wirklich wegen eines Schwindelanfalls von der Gartentreppe gestürzt, oder hat sie jemand gestoßen?

Das ist was für die weniger hartgesottenen Krimileser: In Martha Grimes neuem Roman geht Inspektor Jury einem alten Todesfall nach, der als Unglück zu den Akten gelegt wurde. Ist die schöne und liebenswürdige Tess vor 17 Jahren wirklich wegen eines Schwindelanfalls von der Gartentreppe gestürzt, oder hat sie jemand gestoßen?

Jahre zuvor ist auf dem Anwesen ein kleines Mädchen zu Tode gekommen; Tess wurde von der Verantwortung dafür freigesprochen. Handelt es sich um einen Racheakt? Und was hat die Dame in Jimmy-Choo-Stilettos und Givenchy-Kleid auf dem Turm verloren, von dem sie heruntergefallen ist?

Grimes Krimi ist mit britischen Exzentrikern reichlich ausgestattet. Es wird viel Whisky und Tee getrunken, es gibt bezaubernde Landsitze, diskrete Herrenclubs und verlorene Briefe, Diskussionen über Hitchcocks Vertigo und Thomas Hardys Tess von den d'Urbervilles, falsche Alibis und verzwickte Indizien. Mitunter ist das ein wenig umständlich, aber Old School kann recht charmant sein. (Ingeborg Sperl, Album, 24.9.2016)

  • Martha Grimes, "Inspektor Jury und die Frau in Rot". Deutsch:  Cornelia C. Walter. € 20,60 / 414 Seiten. Goldmann, München 2016
    foto: goldmann

    Martha Grimes, "Inspektor Jury und die Frau in Rot". Deutsch: Cornelia C. Walter. € 20,60 / 414 Seiten. Goldmann, München 2016

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