Disney-Film "Findet Dorie" bedroht Paletten-Doktorfisch

23. September 2016, 14:30
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Nachfrage nach dem tropischen Fisch ist enorm gestiegen. Zweifelhafte Fangmethoden machen Riffen zu schaffen.

Hamburg – Wie schon der Animationsfilm "Findet Nemo" könnte auch seine Fortsetzung schwere Auswirkungen auf den Bestand der tierischen Hauptdarsteller haben. Im Falle des Sequels "Findet Dorie" ist diesmal wohl hauptsächlich der Paletten-Doktorfisch (Paracanthurus hepatus) betroffen. Seit dem Starts des Disney-Films in den USA Anfang Juni ist die Nachfrage nach der Spezies als Aquariumfisch spürbar gestiegen. Die Umweltstiftung WWF warnt vor dem Kauf der Fische.

"Marine Zierfische sind kein Kinderspielzeug", sagte Meeresschutzexperte Philipp Kanstinger. "Gerade Palettendoktorfische sind nicht pflegeleicht, sie brauchen viel Platz und Erfahrung." Um beliebte Zierfische leichter fangen zu können, werden sie verbotenerweise oft mit Cyanid betäubt, berichtete die Umweltorganisation. Das vergifte andere Rifforganismen wie Korallen. Die mit Cyanid gefangenen Fische seien oft so geschwächt, dass ein Großteil den anschließenden Transport nicht überlebe.

Beim Paletten-Doktorfisch ist die Vermehrung in Gefangenschaft besonders schwer: "Bis vor kurzem dachte ich, es sei vollkommen unmöglich, Doktorfische nachzuzüchten", sagte Aquaristik-Experte Andreas Kunzmann vom Bremer Leibniz-Zentrum für Marine Tropenökologie. Doch im Juli berichteten Züchter aus Florida, dass dies geklappt habe. Bis solche Nachzuchten aber im Handel verkauft würden, vergehen vermutlich noch Jahre. (APA, red, 23.9.2016)

  • Nach dem Erfolg des Disney-Films "Findet Dorie" landen zahlreiche wild gefangene Paletten-Doktorfisch in Aquarien. Viele davon sterben auf dem Weg dorthin.
    foto: steven lam

    Nach dem Erfolg des Disney-Films "Findet Dorie" landen zahlreiche wild gefangene Paletten-Doktorfisch in Aquarien. Viele davon sterben auf dem Weg dorthin.

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